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Hague sieht in Kims Tod Wendepunkt für Nordkorea

© Nordkoreanisches Fernsehen

19.12.2011

Nordkorea Hague sieht in Kims Tod Wendepunkt für Nordkorea

London – Der britische Außenminister William Hague sieht im Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il die Möglichkeit für einen Wendepunkt.

„Die Nachfolger müssten anerkennen, dass die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft die beste Möglichkeit bietet, die Lebensqualität des Volkes zu heben“, hieß es in einer Erklärung Hagues am Montag. Man ermutige Nordkorea, am Frieden und an der Sicherheit in der Region zu arbeiten, so der Außenminister.

Auch der Vorsitzende des deutsch-koreanischen Forums und parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, Hartmut Koschyk (CSU), sieht erste Anzeichen für einen Wandel in Nordkorea. „Ich glaube, auch die Uhr der Diktatur in Nordkorea läuft ab“, sagte Koschyk der „Saarbrücker Zeitung“. Der verstorbene Diktator habe bereits zu Lebzeiten viel an Respekt verloren, sagte Koschyk.

Sein Sohn Kim Jong Un werde nicht in der Lage sein, diese Autorität zurückzugewinnen. Das Regime versuche daher jetzt, „durch militärische und außenpolitische Kraftmeierei von der Schwäche des Übergangs abzulenken“. Hinter den Bildern der trauenden Menschen steckten aber „vor allem propagandistische Absichten. In Wahrheit hält sich die Trauer der einfachen, koreanischen Menschen in Grenzen“.

Auch Korea-Kenner Bernhard Seliger bezweifelt die Durchsetzungsfähigkeit Kim Jong Uns. Der jüngste Sohn Kim Jong Ils sei mit 28 Jahren noch sehr jung. Zudem sei unklar, ob er genug Gefolgschaft in Partei, Armee und Regierung finde.

Nachdem staatliche Medien am frühen Montagmorgen den Tod des langjährigen Machthabers Kim Jong Il meldeten, hat Nordkorea die Bevölkerung aufgerufen, seinen Sohn und designierten Nachfolger Kim Jong Un zu unterstützen. Das Volk und das Militär „müssen Genossen Kim Jong Un treu die Ehre erweisen“, erklärte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur.

Kim Jong Un waren bereits im vergangenen Jahr wichtige politische und militärische Posten übertragen worden. Staatliche Medien bezeichnen Kim Jong Un bereits als „großartigen Nachfolger“.

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