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Häftling zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt

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30.04.2012

Mord in der JVA Häftling zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt

Streit um Gemeinschaftskasse führte zu Messerattacke in überfüllter Zelle.

Regensburg – Wegen der Ermordung eines Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Straubing ist ein 40 Jahre alter Mann am Montag vom Landgericht Regensburg zu lebenslanger Haft und Unterbringung in der Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Opfer war im Herbst 2008 in einer Zelle der Justizvollzugsanstalt Straubing im Streit um Geld aus einer Gemeinschaftskasse der Häftlinge erstochen worden. Ein weiterer Häftling war bei der Auseinandersetzung schwer verletzt worden.

Zwei andere Angeklagte wurden wegen unterlassener Hilfeleistung zu zwei Monaten beziehungsweise drei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah keine hinreichenden Beweise dafür, dass sie in das Mordkomplott verwickelt waren. Das Opfer und die Angeklagten stammen aus den ehemaligen GUS-Staaten. Alle verbüßten in Straubing langjährige Gefängnisstrafen.

Im Falle des 40-Jährigen folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. Bei einem der beiden anderen Angeklagten hatte der Anklagevertreter zusätzlich auf Beihilfe zum Mord plädiert.

Ein vierter Angeklagter, der mutmaßliche Haupttäter, hatte sich während des Verfahrens im März in der Justizvollzugsanstalt Amberg das Leben genommen. Bei diesem Mann hatte es sich um den „Anführer und Sprecher“ der Straubinger Gefangenen aus den GUS-Staaten und Verwalter der Gemeinschaftskasse gehandelt, wie Richter Werner Ebner in seiner mehrstündigen Urteilsbegründung ausführte.

Der Mordanschlag geschah während einer Versammlung von rund 20 Häftlingen in einer nur zwölf Quadratmeter großen Gefängniszelle. Der Anführer der GUS-Häftlinge habe seine Autorität bedroht gesehen, weil das spätere Opfer Kritik an seiner Kassenführung geübt habe, erläuterte der Richter. Mit dem jetzt verurteilten 40-Jährigen habe er deswegen beschlossen, ein Exempel zu statuieren und den Kritiker umzubringen. Als Tatwerkzeuge sollen die beiden Haupttäter Messer, Schraubenzieher und eine möglicherweise selbst gebastelte Stichwaffe benutzt haben.

Nach der Attacke in der überfüllten Gefängniszelle hatten die beiden Mitangeklagten das schwer verletzte Opfer in einen nahegelegenen Duschraum geführt und dort sich selbst überlassen. Sie hätten allerdings nicht wissen können, dass das Opfer an den Folgen seiner Verletzungen sterben würde, begründete das Gericht das verhältnismäßig milde Urteil gegen die beiden Männer.

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