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Kein schnelles Comeback

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20.01.2012

Affäre-Guttenberg Kein schnelles Comeback

Ex-Verteidigungsminister will erst aus Fehlern lernen.

München – Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet auf ein schnelles Comeback: Der Ex-Verteidigungsminister und einstige CSU-Hoffnungsträger kandidiert 2013 weder bei der Bundestagswahl noch bei der Landtagswahl in Bayern. Guttenberg will nach eigenen Worten noch weiter aus seinen Fehlern lernen, wie er in einem Brief an die CSU-Mitglieder schrieb. Er brauche Zeit und Abstand.

Guttenberg war im März 2011 als Minister zurückgetreten und hatte sein Bundestagsmandat und seine Ämter in der CSU aufgeben müssen, weil er weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte am Freitag in München, Guttenberg habe ihm am Donnerstagabend in einem persönlichen Gespräch in München mitgeteilt, dass er vorerst nicht für politische Posten zur Verfügung steht.

Entsprechend äußerte sich auch Guttenberg selbst in dem Brief an die CSU-Basis. Darin kündigte er an, auf lange Sicht nicht öffentlich in Deutschland auftreten zu wollen. “Es wäre nicht der richtige Zeitpunkt und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen. Nicht jede meiner Reaktionen und Äußerungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, waren klug”, schrieb er zur Begründung.

Auch die letzten Wochen seien missglückt verlaufen, hieß es in dem Brief weiter. Sie seien viele wie eine Comeback-Inszenierung erschienen, obwohl dies nicht seine Absicht gewesen sei.

Seehofer sagte, er respektiere Guttenbergs Entscheidung, die dieser mit sehr persönlichen Gründen erklärt habe. Er könne das verstehen, sagte der CSU Chef. Das Gespräch in der Münchner Staatskanzlei sei “freundlich und menschlich” verlaufen. Guttenberg habe versichert, dass die CSU seine politische Heimat bleibe. Auf lange Sicht sei eine Rückkehr Guttenbergs aber weiter eine Option. “Es ging gestern um den Zeitpunkt.”

Im Interview-Buch “Vorerst gescheitert” hatte Guttenberg heftige Kritik am Zustand der CSU geübt und damit Verstimmung in der Partei ausgelöst. Dennoch hatte sich Seehofer Ende des Jahrs dafür stark gemacht, den früheren Parteiliebling wieder “für eine aktive Rolle in der CSU” zu gewinnen. “Ich glaube, es wird auch gelingen”, sagte er damals.

Im Sommer war Guttenberg mit seiner Familie in die USA ausgewandert. Dort nahm er ehrenamtlich einen Job bei der Denkfabrik für Strategische und Internationale Studien CSIS an. Zudem berät er seit Dezember die EU-Kommission in Fragen der Freiheit des Internets.

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