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Guardiola schickt kleine Kampfansage nach Madrid

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04.03.2012

FC Barcelona Guardiola schickt kleine Kampfansage nach Madrid

Viel Mühe ohne Messi – Barcelonas Trainer: Real soll bei uns um den Titel kämpfen.

Barcelona – Josep Guardiola war fix und fertig, strich sich immer wieder durch das nicht vorhandene Haupthaar und atmete erst einmal tief durch. „Es war sehr wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen, damit es eine gute Woche wird“, sagte der Trainer des spanischen Champions-League-Siegers FC Barcelona nach dem mühevollen 3:1-Ligapflichtsieg gegen Sporting Gijon.

Und schob dann zumindest eine kleine Kampfansage an den enteilten Titelrivalen Real Madrid hinterher. „Unser Ziel ist es jetzt, im Titelrennen so lange wie möglich am Leben zu bleiben. Und dann soll Real zu uns kommen, um bei uns um den Titel zu kämpfen“, sagte Guardiola.

Kämpfen musste das ersatzgeschwächte „Barca“ ohne den gesperrten Superstar Lionel Messi aber zuerst einmal selbst. Gegen Abstiegskandidat Gijon taten sich die Katalanen lange schwer. Und Guardiola litt mit. Der 41-Jährige tigerte durch die Coaching-Zone und trieb seine Mannschaft nach vorne. Er gestikulierte und lamentierte, applaudierte oder resignierte. Vor allem wegen des Schiedsrichters, der dem lange Zeit nur mäßigen Spiel den dringend nötigen Pep verlieh.

Nach der Führung durch Andreas Iniesta (42.) kurz vor der Pause stellte Carlos Velasco Carballo Barcas Abwehrchef Gerard Pique kurz nach dem Seitenwechsel wegen einer Notbremse vom Platz und zeigte in einer eigentlich fairen Partie insgesamt zwölf Mal Gelb. Guardiola versuchte sich hinterher in Diplomatie, konnte sich einen Seitenhieb auf die spanischen Referees im Allgemeinen aber nicht verkneifen. „Es ist nicht die Schuld der Schiedsrichter ist, dass wir nicht Spitzenreiter sind. Dass wir allerdings so viele Punkte Rückstand haben, liegt nicht allein an uns“, sagte Guardiola.

Deshalb haben sie den Titel in der Primera Division inoffiziell auch schon abgeschrieben. Und deswegen dachte Guardiola nach dem 26. Spieltag auch prompt an die nächste Aufgabe und das verbliebene Ziel: die Champions League. Mit reichlich Rückenwind kommt Bundesligist Bayer Leverkusen am Mittwoch ins Camp Nou. „Jetzt werden wir uns auf einen Gegner vorbereiten, der Bayern München 2:0 geschlagen hat“, kündigte Guardiola an und warnte: „Jeder sieht es als Fakt an, dass wir weiterkommen, aber deine Arbeit musst du erstmal machen“, sagte der 41-Jährige. Ein Spaziergang werde es trotz des 3:1-Hinspielsiegs nicht. Denn Leverkusen sei eine großgewachsene Mannschaft, die dich mit einer einzigen Ecke aus dem Wettbewerb werfen könne, sagte Guardiola.

Eine Einzelaktion entschied dann auch die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenvorletzten. Als Seydou Keita mit einem Schlenzer in den Winkel Barca auf die Siegerstraße brachte (79.), behielt einzig Guardiola im Tor-Trubel kühlen Kopf. Abwehrrecke Carles Puyol hatte er zuvor in weiser Voraussicht schon mal zum Warmlaufen geschickt. Guardiola wurde nur kurz hektisch, winkte Xavi zu sich, erklärte seinem Kapitän die taktischen Änderungen und gab Puyol letzte Anweisungen.

Die gab es zwischen den Zeilen auch von den erfolgsverwöhnten Fans. Das Publikum in Barcelona ist nur selten laut, hat aber eine feine Nase für Nuancen. Da Guardiolas Vertrag im Sommer ausläuft und er weiterhin zaudert („Es gibt keine Deadline“), schallten kurz vor dem Ende lang gezogene „Guardiola, Guardiola“-Rufe durch das weite Rund. Und passend zu den Huldigungen für ihren Trainer fingen dann auch Iniesta und Xavi trotz ihres fehlenden kongenialen Kollegen Messi wieder an zu zaubern. Iniesta überlupfte die gegnerische Abwehr, Xavi den gegnerischen Torhüter (88.). Und dann konnte auch Guardiola endlich jubeln.

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