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18.11.2009

Gruner + Jahr will Russland-Geschäft an Axel-Springer-Verlag verkaufen

Hamburg – Das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr (Stern, Geo) will sich angeblich aus Russland zurückziehen. Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann verhandelt offenbar mit dem Axel-Springer-Verlag über einen Verkauf der Titel, schreibt das Magazin „Werben & Verkaufen“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Ob Springer an allen oder nur einigen G+J-Titeln interessiert ist, ist unklar. Offenbar ist dies eine Frage des Preises, zitiert W&V Firmenkreise. In Russland gibt Gruner + Jahr beispielsweise die Magazine Geo, Geolenok, Geo Traveller und Gala Biography heraus. Gala Biography gehört mit einer Auflage von 235000 Exemplaren zu einer der größten G+J-Titel in Rußland. Axel Springer könnte mit den Zukauf seine Position in Russland weiter stärken. Das Berliner Medienhaus verlegt hier das monatliche Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sowie „Newsweek“. Außerdem gibt der Verlag laut W&V eine russische Ausgabe von Computer Bild heraus.

Hintergrund für den Rückzug von G+J ist nach Angaben des Magazins, dass das Verlagshaus wegen der Anzeigenkrise massiv auf die Kostenbremse drücken muss. Die Hamburger sollen rund 200 Millionen Euro einsparen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der G+J-Auslandsvorstand Thorsten Jörn-Klein in Spanien und Frankreich Kostenanpassungen vornehmen muss. Allein in Spanien fielen rund 185 Stellen dem Rotstift zum Opfer. In Rußland hatte das Verlagshaus bereits vor einigen Jahren Probleme. So stellte G+J 2008 den Titel „Gala“ ein. Damit zieht sich der Zeitschriftenkonzern aus einem weiteren wichtigten Auslandsmarkt zurück. Erst 2005 hatte G+J in den USA die Zelte abgebaut. Der Konzern veräußerte die Zeitschriften „Inc.“ sowie „Fast Company“ an den US-Unternehmer Joseph Mansueto. Zuvor hatte G+J bereits die US-Titel „Family Circle“, „Child“, „Parents“ und „Fitness“ für rund 278 Millionen Euro an den US-Verlag Meredith Corporation abgestoßen. Verblieben sind hier lediglich die Druckerei-Aktivitäten um Brown Printing. Weder Gruner + Jahr noch Axel Springer wollten sich zu den Übernahmespekulationen in Russland äußern. Ein G+J-Sprecher hatte noch jüngst gegenüber W&V betont, dass Rußland „derzeit ein fester Bestandteil unseres internationalen Geschäfts“ sei.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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