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Große Freude über Wahl von Joachim Gauck

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18.03.2012

Neuer Bundespräsident Große Freude über Wahl von Joachim Gauck

Westerwelle warnt vor übertriebenen Erwartungen – Zollitsch lädt Theologen zu Kirchentag ein.

Berlin – Die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten ist deutschlandweit auf ein äußerst positives Echo gestoßen. Wie Reaktionen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zeigen, werden in den Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff hohe Erwartungen gesetzt. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, Gauck werde „mithelfen, die Kluft zwischen der etablierten Politik, Parteien und den Bürgern zu überwinden“.

Der frühere Leiter des Stasi-Unterlagenbehörde erhielt bei der Wahl in der Bundesversammlung am Sonntag in Berlin bereits im ersten Wahlgang 991 von 1.228 gültigen Stimmen. Die Mitbewerber Beate Klarsfeld und Olaf Rose waren chancenlos.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut über die Wahl von Gauck. Dieser werde sein Amt „gut für unser Land wahrnehmen“, sagte die Kanzlerin im Interview von ARD und ZDF. Gauck habe die Belange der Bürger im Auge und achte zugleich die Politiker.

Grünen-Chef Cem Özdemir erhoffte sich von Gauck ein neues deutsches Wir-Gefühl. „Er wird keiner sein, der Demokratie als etwas Langweiliges darstellt“, sagte Özdemir am Rande der Bundesversammlung. Der Vorsitzender der FDP, Philipp Rösler, gab sich nach der Wahl Gaucks euphorisch: „All‘ die Hoffnungen, die wir in ihn gesetzt haben, hat er mit der ersten Rede schon erfüllt.“

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) rief dazu auf, die Erwartungen an den neuen Bundespräsidenten nicht zu hoch zu schrauben. Gauck könne angesichts seiner Geschichte sicherlich das Ansehen Deutschlands in der Welt mehren, aber die öffentlichen Erwartungen sollten schon realistisch sein, sagte Westerwelle dem Fernsehsender n-tv. Von Gauck sollte nicht erwartet werden, „dass er übers Wasser laufen könne“.

Auch Vertreter der Kirchen äußerten sich positiv über den Theologen Gauck. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, will den neuen Bundespräsidenten zum deutschen Katholikentag in Mannheim einladen. Er biete dem neuen protestantischen Staatsoberhaupt „die tatkräftige Unterstützung“ der Bischofskonferenz an, sagte Zollitsch. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, beglückwünschte Gauck zu seiner Wahl. Dieser übernehme das Amt „in einer nicht einfachen Zeit“, bekräftigte Schneider in einem Gratulationsschreiben. Die Sehnsucht nach einer Persönlichkeit, die das Amt wieder in „ruhige Fahrwasser“ geleite, sei groß. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, versprach sich von Gaucks Präsidentschaft ein „sehr persönliches Engagement“ gegen Antisemitismus und Rassismus in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der Nachrichtenagentur dapd, Gauck erfahre große Zustimmung in der Bevölkerung. Dies sei „eine hervorragende Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit als Bundespräsident“. Hundt fügte hinzu: „Auch ich bin überzeugt, dass Joachim Gauck unser Land ausgezeichnet repräsentieren wird.“ Dessen Einsatz für Freiheit, Verantwortung und Demokratie sei beeindruckend. Der Arbeitgeberpräsident lobte: „Durch die Aufarbeitung des Unrechts in der DDR hat er die innere Einheit unseres Landes vorangebracht.“

Im Namen der Europäischen Kommission gratulierte Kommissionspräsident Manuel Barroso Gauck zur Wahl zum Bundespräsidenten.

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