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Großbäckerei vor ungewisser Zukunft

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17.02.2012

Müller-Brot Großbäckerei vor ungewisser Zukunft

Entscheidung über Wiederaufnahme der Produktion erst am Freitagabend.

Freising – Die von Hygieneproblemen gebeutelte Großbäckerei Müller-Brot steht vor einer ungewissen Zukunft: Einen Tag nach der beantragten Insolvenz inspizieren seit Freitagmittag Spezialisten die Brotfabrik im oberbayerischen Neufahrn. Von der Kontrolle hängt ab, ob das Unternehmen mit 1.300 Mitarbeitern die Produktion nach einer mehr als zweiwöchigen Zwangspause wieder aufnehmen darf. Mit einer Information über die Ergebnisse sei “nicht vor dem Abend” zu rechnen, teilte das Landratsamt Freising mit.

Wegen schwerwiegender Hygienemängel ist die Brotfabrik seit Ende Januar stillgelegt. Bei Kontrollen waren dort unter anderem Mäusekot, Schaben und verdreckte Maschinen entdeckt worden. Am Donnerstag zog die Unternehmensleitung die Reißleine: Der Produktionsstillstand infolge der Hygieneprobleme habe zu einem deutlichen Umsatzeinbruch geführt. Das habe die Geschäftsführung gezwungen, Insolvenzantrag beim Amtsgericht Landshut zu einzureichen, teilte Müller-Brot mit.

Nach Angaben des Freisinger Landratsamts nehmen 18 Lebensmittelkontrolleure das Produktionsgelände unter die Lupe. Dabei handele es sich um Experten aus dem Landkreis Freising, der Regierung von Oberbayern und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sagte eine Sprecherin. Geprüft werden aber vorerst nur einzelne Bereiche des 55.000 Quadratmeter großen Firmenareals, darunter zwei Produktionshallen, Lagerräume, Lieferanteneingänge und die Kistenwaschanlage.

“Sie haben es fallengelassen”

Müller-Brot zeigte sich zuversichtlich: In den vergangenen drei Wochen seien umfangreiche Umbau-, Reorganisations- und Reinigungsarbeiten vorgenommen worden. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Hubert Ampferl, sei mit einem Team von 15 Betriebswirten und Juristen in Neufahrn, erklärte das Unternehmen. Die Mitarbeiter seien über die Situation informiert worden, am Freitag seien weitere Betriebsversammlungen geplant.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erneuerte ihre Vorwürfe gegen die Geschäftsführung, insbesondere gegen Mehrheitseigentümer Klaus Ostendorf. “Was einen so erzürnt ist, dass die normalen Beschäftigten Fehler ausbaden müssen, die ein Multimillionär, sein Kompagnon und seine Geschäftsführer gemacht haben”, sagte NGG-Funktionär Mustafa Öz der “Süddeutschen Zeitung”. Sie hätten Geld in die Hand nehmen können, Banken oder Investoren gewinnen, um das Unternehmen zu stützen. “Das haben sie nicht getan. Sie haben es fallengelassen.”

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