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Großaktionär will Aufnahme von Kredit verhindern

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30.01.2012

Praktiker Großaktionär will Aufnahme von Kredit verhindern

Österreichische Privatbank droht mit Abwahl des Aufsichtsrates.

Frankfurt/Main – Die Finanzierung der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker sorgt offenbar für Streit zwischen einem Großaktionär und der Konzernführung. Der größte Anteilseigner des Unternehmens, die österreichische Privatbank Semper Constantia, wolle verhindern, dass Praktiker einen hochverzinsten Kredit aufnimmt und dafür als Sicherheit unter anderem die profitable Tochter Max Bahr anbietet, berichtete die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” am Montag.

“Damit würden die Aktionäre und die alten Anleihegläubiger über den Tisch gezogen”, zitierte das Blatt die Bankmanagerin Isabella de Krassny. Praktiker wollte sich auf dapd-Anfrage nicht dazu äußern. “Wenn sich ein Großaktionär zu Wort meldet, kann ich das nicht kommentieren”, sagte ein Sprecher.

Für die “hochriskante” Finanzierungsstrategie macht die Managerin dem Bericht zufolge den Aufsichtsrat des Konzerns verantwortlich. Ein Treffen sei ergebnislos verlaufen, einen freiwilligen Rücktritt habe niemand angeboten. Die Bank überlege deshalb, den Aufsichtsrat abwählen zu lassen. “Wenn sich nichts ändert, werden wir das tun”, sagte de Krassny.

Praktiker steckt schon seit längerem in der Krise. Im November hatte Vorstandschef Thomas Fox ein 300 Millionen Euro umfassendes Restrukturierungsprogramm angekündigt. Dabei sollen rund 1.400 Vollzeitstellen wegfallen und etwa 30 der 438 Filialen weltweit geschlossen werden. Zudem soll die Konzernzentrale vom saarländischen Kirkel nach Hamburg umziehen. Der Umsatz der Baumarktkette sank im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge um 7,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

Erst am Samstag hatte das Unternehmen mitgeteilt, es habe sich mit einem Bankenkonsortium unter Leitung der Commerzbank auf eine gemeinsame Kreditvereinbarung geeinigt. In diese sollten bisher bestehende bilaterale Kreditlinien überführt werden. Damit seien zum einen die bestehenden Rahmenbedingungen für das operative Geschäft gesichert. Zum anderen unterstützten die Banken damit die anstehende Restrukturierung, hieß es.

In einem ersten Schritt ist laut de Krassny für die Umstrukturierung ein Kredit von 170 Millionen Euro geplant, der mit bis zu 15 Prozent verzinst sein soll. Praktiker riskiere angesichts der Zinsbelastung einen finanziellen Kollaps, sagte die Bankerin der Zeitung. Semper Constantia fordere stattdessen unter anderem eine Wandelanleihe mit Bezugsrechten. Außerdem müsse man am 300-Millionen-Programm Abstriche machen und den Umbau langsamer angehen.

Der Praktiker-Sprecher wollte das nicht bestätigen. Das Unternehmen habe stets betont, bei der Finanzierung nichts auszuschließen. “Wir sind derzeit noch dabei, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen”, sagte er weiter. “Aber über Details können wir noch nichts sagen, weil noch nichts in trockenen Tüchern ist.”

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