Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Panorama - newsburger.de

Hermann Gröhe CDU 2014

© J.-H. Janßen / CC BY-SA 3.0

27.04.2017

Gröhe Patienten wegen Narkosemittel-Engpass nicht gefährdet

Kritik an Forderung von Ärztepräsident nach Reserven.

Osnabrück – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat klargestellt, dass Patienten durch den aktuellen Lieferengpass bei einem häufig angewendeten Narkosemittel nicht gefährdet sind. „Es zeichnet sich kein Versorgungsengpass ab“, sagte Gröhe im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

In den allermeisten Fällen stünden Alternativen für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Remifentanil zur Verfügung. „Die deutschen Anästhesisten haben versichert, dass keine notwendigen Operationen verschoben werden müssen“, erklärte der Minister.

Bei einem Gespräch des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte mit der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) sowie dem Hersteller GlaxoSmithKline habe Konsens bestanden, dass Remifentanil mit Blick auf eine bestmögliche Patientenversorgung nur in besonderen Fällen und vor allem bei ambulanten Operationen eingesetzt werden solle. Dies gelte, bis der bestehende Lieferengpass behoben sein werde, betonte der Minister.

Pflicht zu Vorratshaltung gibt es schon

Mit Blick auf die Forderung von Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery nach einer Reserve für wichtige Wirkstoffe sagte Gröhe: „Krankenhäuser sind bereits verpflichtet, Medikamente für zwei Wochen zu bevorraten.“ Pharmaunternehmen seien dazu verpflichtet worden, Krankenhäuser zu informieren, sobald ihnen Kenntnisse über Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln vorliegen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stehe im regelmäßigen Austausch mit Fachverbänden und Herstellern, um bei Lieferengpässen schnell Lösungen zu erarbeiten. Dabei werde eine Liste versorgungsrelevanter, engpassgefährdeter Arzneimittel helfen, die gemeinsam erarbeitet wurde. Zudem seien die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, um bei Bedarf auch im Ausland Arzneimittel zu beschaffen. „Es ist falsch, jetzt reflexartig in die allgemeine Beschimpfung der Pharma-Industrie zu verfallen“, warnte Gröhe.

Seit Monaten gibt es Produktionsprobleme bei den Präparaten mit dem Wirkstoff Remifentanil. Dieser wird sowohl bei ambulanten als auch stationären Operationen eingesetzt und laut Montgomery nur noch von wenigen Firmen zumeist in China oder Indien hergestellt. Gröhe sagte dazu, es sei wichtig, den Produktionsstandort Deutschland zu stärken. Das war auch Thema des Pharma-Dialogs der Bundesregierung mit Pharma-Industrie und Wissenschaft. Die Produktion des Narkosemittels läuft mittlerweile wieder.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/groehe-patienten-wegen-narkosemittel-engpass-nicht-gefaehrdet-96179.html

Weitere Nachrichten

Kinder

© über dts Nachrichtenagentur

BVKJ Berufsverband beklagt Überlastung der Kinderärzte in Deutschland

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendmediziner (BVKJ) kritisiert eine Überlastung der Kinderärzte in Deutschland. Einigen Medizinern bleibe nichts ...

Kinder spielen auf einem Schulhof

© über dts Nachrichtenagentur

Kritik am Bildungsföderalismus Preisgekrönte Lehrer wollen einheitliches Schulsystem

Mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnete Lehrer aus fünf Bundesländern haben den Bildungsföderalismus in Deutschland kritisiert: "Wir wollen ein ...

Möwe auf einem Müllhaufen am Meer

© über dts Nachrichtenagentur

Faktenpapier Umweltbundesamt beklagt starke Vermüllung an Nord- und Ostsee

Die Vermüllung an der deutschen Nordsee und deren Küstenabschnitte ist weiterhin besorgniserregend. Das geht aus einem "Faktenpapier" des Umweltbundesamtes ...

Weitere Schlagzeilen