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Finanzminister Varoufakis

© Simela Pantzartzi über dpa

01.02.2015

Griechenland Regierung engagiert Berater für möglichen Schuldenschnitt

Die neue Regierung strebt einen weiteren Schuldenschnitt an.

Athen – Athen hat zur Vorbereitung eines weiteren Schuldenschnitts eine Investmentbank als Berater engagiert. Dabei handelt es sich um das in Frankreich ansässige Finanzberatungsinstitut Lazard, teilte das Büro des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis mit.

Es ist die gleiche Bank, die Griechenland beim ersten Schuldenschnitt für private Gläubiger 2012 beraten hatte, hieß es aus Kreisen des Ministeriums am Sonntag. Damals wurden Griechenlands Schulden um mehr als 100 Milliarden Euro reduziert.

Der größte Teil des griechischen Schuldenberges – rund 200 Milliarden Euro – ist nun in den Händen öffentlicher Gläubiger, die einen Schuldennachlass gegenüber den übrigen Steuerzahlern in der Eurozone rechtfertigen müssten. Die neue Regierung in Athen strebt dennoch einen weiteren Schuldenschnitt an, um langfristig mehr finanziellen Spielraum für das Land zu schaffen. Brüssel lehnt dies jedoch bisher ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hatten am Wochenende erneut betont, ein zweiter Schuldenerlass für Athen stehe nicht an.

Unterdessen hat der größte Teil der Athener Presse am Sonntag mit Ratschlägen, Warnungen an die neue Links-Rechts-Regierung unter Alexis Tsipras, aber auch mit Besorgnis reagiert, dass die Krise eskalieren könnte. Zuvor hatte Finanzminister Gianis Varoufakis gesagt, Athen werde nicht mehr mit der Troika der Geldgeber-Kontrolleure zusammenarbeiten.

„Vorsicht… Eisberg“, titelte die (oppositionelle) konservative Zeitung „Eleftheros Typos“. Die neue Links-Rechts-Regierung habe binnen wenigen Tagen nach der Machtübernahme ein „explosives Klima“ in den Beziehungen zu den anderen Euro-Partnern erzeugt, was große Gefahren für das Land berge.

Die Traditionszeitung der politischen Mitte „To Vima“ titelte dagegen etwas optimistischer: „Streit vor dem Kompromiss“. Regierungschef Tsipras präsentiere seine Maximalforderungen in einer Art „Krieg mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem restlichen konservativen Europa“, hieß es. Griechenland stehe auf Messers Schneide, und wenn Tsipras‘ Politik nicht aufgehe, könnte es zu einer Katastrophe kommen. Die Herausforderung sei nun, „mit geeigneten Bewegungen“ dies abzuwenden, schreibt die Zeitung.

Das Blatt der Linkspartei des Regierungschefs „I Avgi“ titelt: „Das Volk stützt (die Regierung) bei den Verhandlungen“. Nach einer in der Zeitung veröffentlichten Umfrage unterstützen knapp 70 Prozent der Befragten die ersten Maßnahmen Tsipras‘ im Zusammenhang mit der Finanzkrise und dem Stopp des Sparprogramms. Griechenlands Ziel bleibe ein neues Abkommen zu den Schulden des Landes ohne die „Troika“ der Geldgeber, die die Regierung in Griechenland praktisch ersetzt hätte.

Das Massenblatt „Realnews“ schätzt, die nächsten zwei Wochen dürften von entscheidender Bedeutung für Griechenland sein. „Die 15 Tage des Feuers“, lautet der Tenor. Bis zur nächsten Sitzung der Eurogruppe am 16. Februar werde es harte Verhandlungen im „Hardrock“- Stil geben.

Die konservative Traditionszeitung „Kathimerini“ erkennt eine Kollision Griechenlands mit der Eurozone. Die Verhandlungen mit den Euroland-Partnern müssten schnell zu einem Ergebnis führen. Anderenfalls würden alle Fortschritte der vergangenen Jahren zunichte gemacht. Die jüngsten Streitigkeiten seien angemessen „für einen Oppositionsführer, nicht aber für einen Regierungschef“.

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