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Hans-Werner Sinn

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06.07.2015

Griechenland-Krise Ifo-Chef rät Athen zur Drachme

„Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden.“

München – Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hat der griechischen Regierung zur Einführung der Drachme geraten. „Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden“, sagte Sinn am Montag in München. „Alle Verträge des Landes einschließlich der Schuldverträge mit Ausländern sollten umgewandelt werden. Das würde den griechischen Staat und die griechischen Banken wieder flüssig machen“, so Sinn.

Zugleich sollte die Staatengemeinschaft darauf verzichten, jene Euro-Banknoten einzutreiben, über die griechische Bürger verfügten, sondern zulassen, dass sie für Bargeschäfte verwendet würden, obwohl die Preise in Drachme definiert würden, sagte Sinn.

„Griechenlands Staat ist nach der offiziellen Feststellung des Rettungsschirms EFSF zahlungsunfähig und da er insolvent ist, sind es auch die Banken, mit denen er vielfach verbunden ist“, fügte Sinn hinzu. In dieser Situation dürfe die Europäische Zentralbank nicht mehr zulassen, dass die griechische Notenbank den Banken weitere Notkredite gewähre.

„Damit kommt freilich die Wirtschaft zum Erliegen, wenn nicht rasch ein neuer fiskalischer Rettungsschirm aufgespannt wird oder Griechenland zur Drachme zurückkehrt. Da absehbar ist, dass die Verhandlungen über einen weiteren Rettungsschirm nur noch mehr Zeit kosten, ohne zum Erfolg zu führen, sollte Griechenland die neue Währung einführen.“

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