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Griechenland in der Abwärtsspirale

© dapd

22.02.2012

Düsteres Bild Griechenland in der Abwärtsspirale

Wirtschaftswachstum erst wieder 2014 erwartet – „Unfallträchtiges Programm“.

Berlin – Der neue Bericht der Troika zeichnet ein düsteres Bild von der Lage in Griechenland. Insbesondere das Schrumpfen der Wirtschaft dürfte in den Jahren 2011 bis 2013 noch stärker ausgefallen als angenommen. Schon im Oktober hatten die Experten aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) ihre Schätzung für 2011 von minus 2,8 Prozent auf minus 5,5 Prozent heruntergestuft. Jetzt rechnen sie sogar mit minus 6,1 Prozent, wie aus der vorläufigen Schuldentragfähigkeitsanalyse hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dapd vorliegt.

Damit nicht genug: 2012 wird nun mit minus 4,3 Prozent gerechnet, statt mit minus 3,0 wie noch im Oktober und plus 0,7 wie noch im Sommer 2011 gedacht. 2013 soll die Wirtschaft dann stagnieren, statt um 1,25 Prozent zu wachsen. Erst 2014 wird nun ein Wachstum von 2,3 Prozent unterstellt.

Geradezu mechanisch verschlechtern sich daher alle anderen Zahlen in dem neunseitigen Bericht: höhere Neuverschuldung des Staates und höherer Schuldenstand bis 2020 und darüber hinaus.

Daraus folgt auch ein höherer Hilfebedarf. Neben dem Schuldenschnitt der Privatbanken sei daher eine zusätzliche öffentliche Hilfe erforderlich. Das ist eine Restrukturierung der Zinszahlungen aus den Anleihen, eine Senkung der Zinsen auf die Hilfskredite, eine Restrukturierung der griechischen Anleihen, die die Euro-Zentralbanken halten, und eine Nutzung der Ausschüttungen aus Zins- und Wertgewinnen griechischer Anleihen in der EZB. Zusammen könnte dies den Schuldenstand bis 2020 um 12 Prozentpunkte der Jahreswirtschaftsleistung senken.

Für die Banken-Kapitalisierung in Griechenland bedeutet dies ebenfalls einen höheren Bedarf. Statt 40 Milliarden Euro veranschlagen die Experten nun 50 Milliarden.

Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, rechnet die Troika für 2020 sogar mit einem Schuldenstand von 159 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung statt der derzeit angestrebten 120 Prozent. Das ist aus Sicht der Experten keine völlig ausgeschlossene Entwicklung. Das gesamte Programm sei „unfallträchtig“, schreiben sie.

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