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Gratis-Lesestoff für den Reader

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24.02.2012

Bibliotheken Gratis-Lesestoff für den Reader

Viele Bibliotheken haben inzwischen auch E-Books im Bestand – Onleihe wird sehr gut angenommen.

Stuttgart – Bequem vom heimischen Sofa aus in der Bibliothek stöbern und Bücher ausleihen: Die Onleihe macht’s möglich – und sie hat in Baden-Württemberg immer mehr Anhänger. Die Bibliotheken, die E-Books verleihen, stoßen auf eine große Nachfrage, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab.

Die Stuttgarter Stadtbibliothek etwa bietet einen Teil des Bücherbestandes auch als E-Book an. Das Angebot werde „wahnsinnig gut“ angenommen, sagte eine Sprecherin. Bibliotheksnutzer können zwischen knapp 1.200 Titeln wählen. Ausgeliehen wurden sie seit August 2011 rund 3.400 Mal. Zum Vergleich: In den Regalen stehen rund 900.000 Printmedien. Die E-Books müssen bereits nach zwei Wochen zurückgegeben werden, Bücher dürfen hingegen vier Wochen mit nach Hause genommen werden.

Die Stadtbibliothek Ludwigsburg bietet die Onleihe schon seit mehr als drei Jahren an. Sie verleiht E-Books zusammen mit anderen Büchereien in der Region. Rund 8.000 Titel sind im Angebot, davon können etwas mehr als 1.000 mit E-Book-Readern gelesen werden. Diese seien fast durchgängig ausgeliehen, sagt die stellvertretende Bibliotheksleiterin Ulrike Schönert. „Das läuft sehr gut.“ Die Ausleihfrist ist unterschiedlich: Eine Zeitschrift muss schon nach einem Tag zurückgegeben werden, ein Roman kann drei Wochen lang ausgeliehen werden.

E-Book-Reader werden weder in Ludwigsburg noch in Stuttgart verliehen. Dafür beraten die Bibliotheken ihre Kunden, welches Lesegerät am besten zu ihnen passt. Die ausleihbaren Titel können mit fast allen Geräten gelesen werden – nur nicht mit dem Kindle von Amazon. „Wir haben das gängige ePub-Format“, sagt die Bibliothekssprecherin aus Stuttgart. Der Kindle sei hingegen an Amazon gekoppelt und unterstütze nur dieses Format. Andere E-Book-Reader seien da deutlich flexibler.

Auch Universitätsbibliotheken sind mit an Bord, wenn es um die Onleihe geht. In Konstanz etwa gibt es seit 2008 die Möglichkeit, E-Books auszuleihen. Mittlerweile sind 70.000 E-Medien – also E-Books, E-Paper, E-Audios und E-Videos – über die Hochschule abrufbar, und es werden jährlich mehr. Doch davon, dass der elektronische Bestand den physischen überlagere, sei die Uni noch weit entfernt, sagt Bibliotheks-Leiterin Petra Hätscher. „Die Auswahl ist vom Angebot der Verlage abhängig. Und die, die Forschungs- und Spezialliteratur digital anbieten, sind im Vergleich zur Belletristik eher selten“, fügt sie hinzu.

Grundsätzlich stellt die Hochschule E-Books in den Bereichen zur Verfügung, in denen die Technik-Affinität der Studenten am höchsten ist, also in den natur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Am geringsten sei der Online-Bestand bei den Geisteswissenschaften – aber auch das hänge mit dem geringen Angebot der Verlage zusammen, sagt Hätscher.

E-Books machen Printmedien nicht überflüssig

Nach den Asbestfunden in zwei Bereichen der Konstanzer Universitätsbibliothek im Winter 2010 und der seitdem laufenden Reinigungsarbeiten der Bücher ist das Thema „Umstellung auf E-Books“ laut Hätscher sehr präsent. „Wir haben uns natürlich gefragt, ob wir in vier, fünf Jahren überhaupt noch Bücher brauchen“, sagt sie. Doch die Hochschule sei sicher: Die Digitalisierung nehme zu, mache den gedruckten Bestand aber nicht überflüssig.

Die Verlage müssten erst einmal an der Feinjustierung der E-Books arbeiten, kritisiert Hätscher. Teilweise würden die Daten als PDF angeboten, teilweise mit interaktiven Möglichkeiten, aber ohne Seitenstruktur, für andere E-Books wiederum müssten die Studenten erst eine bestimmte Software herunterladen, um auf die Inhalte zugreifen zu können.

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