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Start mit guter Quote und viel Kritik

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24.01.2012

Gottschalk live Start mit guter Quote und viel Kritik

ARD will Werbeunterbrechungen jetzt “flexibler gestalten”.

Berlin – Thomas Gottschalk kann seine neue Vorabendshow im Ersten als Quotenerfolg feiern, muss aber gleichzeitig viel Kritik einstecken: 4,34 Millionen Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 14,6 Prozent, sahen am Montagabend zwischen 19.20 und 19.50 Uhr die erste Ausgabe von “Gottschalk Live”, wie die ARD mitteilte. Bisher schalteten um diese Zeit im Schnitt 2,09 Millionen das Erste ein, der Marktanteil lag bei 8,2 Prozent. Kritisch aufgenommen wurden vor allem die Unterbrechungen durch Werbung und Wetter sowie der Monolog Gottschalks und seine Themenwahl.

Der 61-jährige Ex-Moderator von “Wetten, dass..?” hatte zuvor hohe Quotenhoffnungen, was den Marktanteil, geäußert. Er habe den Ehrgeiz, zweistellig zu werden, hatte er dem “Stern” gesagt. “Was auf meinem Sendeplatz läuft, dümpelt derzeit bei sechs Prozent Marktanteil rum, mit acht Prozent wäre ich offiziell aus dem Schneider.” Er selbst hatte seinen Sendeplatz als “Fernsehfriedhof” und “Todeszone” bezeichnet.

Die ARD will aus der Kritik an den Werbe-Unterbrechungen Konsequenzen ziehen. “Das Problem ist auch offiziell erkannt”, sagte ARD-Sprecher Lars Jacob am Dienstag auf dapd-Anfrage. Es werde versucht, dies flexibler zu gestalten.

Programmdirektor Volker Herres zeigte sich mit der Premiere zufrieden. Gottschalk habe “gezeigt, wie er mit solchem Erwartungsdruck umgeht: locker, spontan und äußerst temporeich”. Frank Beckmann, ARD-Koordinator Vorabend, meinte, es sei “ein vielversprechender und kurzweiliger Live-Auftakt” gewesen.

In den Medien hagelte es jedoch Kritik: “Sprechdurchfall” bescheinigte der “Tagesspiegel” dem Moderator und kam zum Fazit: “Die Premiere war Panne. Das wird sich ändern.” Die “Süddeutsche Zeitung” fand Gottschalks Gags “lahm”. Er habe sich “mit seinem neuen und alten Lieblingsthema” beschäftigt – “”sich selbst”. Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” mahnte in “faz.net” an: “Etwas mehr Haltung und Relevanz”. Und die “taz (Tageszeitung)” stöhnte: “Puh, kann ihm bitte mal jemand sagen, wie unsympathisch diese Selbstbeschwipstheit rüberkommt, dieses ‘Ich bin ein Star – guckt mal hier rauf’? Klar ist Gottschalk berühmt – aber muss er selbst das in jedem zweiten Satz rauskehren?! Von Understatement, geschweige denn Demut keine Spur.”

Gottschalk hatte eine “Wohlfühlhalbestunde” angekündigt. Er hat sein Studio im Berliner Humboldt-Carr nach eigenem Geschmack eingerichtet – mit schweren Ledersesseln, Flokati-Teppich und großen Porträts auch von sich selbst an der Wand.

Inhaltlich will er die Lücke “zwischen Boulevard und Feuilleton” füllen. In seiner ersten Sendung unterhielt er sich mit dem Schauspieler Michael Bully Herbig, sprach über die Trennung von Heidi Klum und Seal. Die ganze Bandbreite interaktiver Kommunikation mit den Zuschauern nutzte Gottschalk noch nicht. Die Zuschauer sollen Meinungen, Videos oder Fotos beisteuern. Reaktionen sollen auf einem Laufband auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Darauf will Gottschalk spontan reagieren und eventuell via Skype Kontakt aufnehmen.

Die Sendung wird produziert von Grundy light Entertainment im Auftrag der ARD-Werbung unter redaktioneller Federführung des WDR und der WDR mediagroup. “Gottschalk Live” gibt es vier Mal in der Woche, montags bis donnerstags zwischen 19.20 und 19.50 Uhr.

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