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Gottesdienst vor Bundesversammlung

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18.03.2012

Bundespräsidentenwahl Gottesdienst vor Bundesversammlung

Kirche bedankt sich bei Wulff für sein Engagement für das Gemeinwesen.

Berlin – Zum Auftakt der Bundesversammlung haben die evangelische und katholische Kirche am Sonntag in Berlin gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Dabei bedankte sich der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, laut Redemanuskript beim zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff, der sich für das Gemeinwesen engagiert habe.

Der Wunsch nach mehr Transparenz und Offenlegung privater Angelegenheiten lasse viele davor zurückschrecken, öffentliche Ämter zu übernehmen, gab der Geistliche zu bedenken. Zu Recht erwarte die Bevölkerung von Mandatsträgern, dass sie ehrlich und aufrecht seien. Die Erwartung könne sich aber nicht nur an diese richten.

Mit Blick auf das höchste Amt äußerte der Prälat nach Angaben der Deutsche Bischofskonferenz die Bitte: „Halten wir Maß! Überfordern wir unseren neuen Bundespräsidenten nicht mit zu hohen Erwartungen.“ Ausdrücklich mahnte Jüsten zudem die Medien zum „nötigen Respekt vor dem Amtsinhaber“.

Nach der Einstimmung auf die Bundesversammlung in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt waren noch einmal Fraktionssitzungen geplant, bevor die Bundesversammlung gegen Mittag zusammentritt. Erwartet wurde, dass der Kandidat von Union, SPD, FDP und Grünen, Joachim Gauck schon im ersten Wahlgang gewählt wird. Der Publizistin Beate Klarsfeld, die von der Linken aufgestellt worden war, wurden keine Chancen eingeräumt. Sollte Gauck im ersten Wahlgang gewählt werden, könnte das Ergebnis schon nach rund zwei Stunden feststehen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte vor dem Gottesdienst, Gauck werde jemand sein, der die Würde dieses Amtes sehr schnell wieder herstellen werde. Auf Gaucks Schultern lasteten „fast übermenschliche Erwartungen“. Er erwarte, dass Gauck für Demokratie und Freiheit werbe. Mit Blick auf das Thema Integration sagte Steinmeier, es gebe keinen Bundespräsidenten, der dieses Thema vernachlässigen könne.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erwartet von Gauck, dass er eine Brücke baue, um die „Zerrüttung zwischen Politik und Menschen“ zu beseitigen.

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