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Görges erwischt „rabenschwarzen Tag

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22.01.2012

Tennis Görges erwischt „rabenschwarzen Tag“

Desolate Leistung der Bad Oldesloerin im Achtelfinale der Australian Open.

Melbourne – An einem für Julia Görges “absolut rabenschwarzen Tag” ließ sich Kim Clijsters als leuchtendes Beispiel für unbeugsamen Willen feiern. Görges zeigte im Achtelfinale der Australian Open gegen die Polin Agnieszka Radwanska eine desolate Leistung. Dagegen kämpfte die Titelverteidigerin aus Belgien trotz einer im ersten Satz erlittenen Bänderverletzung und vier Matchbällen gegen sich die Chinesin Li Na noch nieder. Philipp Kohlschreiber aus Augsburg leistete dem Argentinier Juan-Martin del Potro so gut es ging Widerstand, war letztlich aber chancenlos. Die Berlinerin Sabine Lisicki ist damit die einzige Deutsche im Viertelfinale. Sie trifft am Montag um 9.30 Uhr deutscher Zeit auf die Russin Maria Scharapowa.

Rittner rügt die Einstellung

“Das war einer der Tage, an denen gar nichts geht”, kommentierte die 23. der Weltrangliste ihre 1:6, 1:6-Niederlage lakonisch. Dass es solche Spiele gibt, in denen man völlig neben sich steht, weiß Bundestrainerin Barbara Rittner aus eigener Erfahrung. “Das kann passieren, aber man muss sich aufbäumen”, rügte sie die mangelhafte Einstellung der Fed-Cupspielerin.

Dass es auch anders geht, dass man kämpfen kann, hatten am Samstag Sabine Lisicki und Angelique Kerber bewiesen. Wie Görges hatten ihre beiden Teamkolleginnen den ersten Satz ebenfalls glatt verloren. Während Lisicki das Match gegen die Russin Swetlana Kusnetsowa noch drehte und 2:6, 6:4, 6:2 gewann, ging Kerber gegen Scharapowa mit fliegenden Fahnen unter. Das glatte Ergebnis von 1:6, 2:6 gab nicht den Verlauf des Matches wider.

Fehler über Fehler

Die Vorstellung von Julia Görges aber war eines Spiels in der vierten Runde eher unwürdig, die sie erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hatte. Sie bewegte sich schlechter als die ehemaligen Größen wie Martina Navratilova oder Martina Hingis beim parallel durchgeführten Turnier der ehemaligen Champions. Zudem machte sie viele leichte Fehler, 27 in der Summe, also zwei pro Aufschlagspiel. Radwanska, die Nummer acht der Welt, habe ein “untypisches Spiel”, sie bringe viele Bälle “effektiv zurück – und dann erschießt man sich halt selbst”, sagte Görges. Die sicher nicht unbesiegbare Polin bekommt es im Viertelfinale nun mit der an drei gesetzten Weißrussin Vitoria Azarenka zu tun.

Kohlschreiber gegen del Potro chancenlos

Mangelnden Kampfgeist musste sich Philipp Kohlschreiber nicht vorwerfen lassen. “Er war einfach zu gut für mich. Auf dem Niveau ist del Potro für mich nicht zu schlagen”, gab der Augsburger nach der 4:6, 2:6, 1:6-Niederlage zu. Dem 41. der Weltrangliste waren gegen den 30 Plätze besser notierten Argentinier und ehemaligen US-Open-Sieger 29 unerzwungene Fehler unterlaufen. Dass del Potro im Davis-Cup-Duell gegen Deutschland nicht zur Verfügung steht, erhöht sicherlich die Chancen für die Gastgeber vom 10. bis 12. Februar in Bamberg, die zweite Runde zu erreichen.

Federer setzt sich glatt gegen Tomic durch

Del Potros nächster Gegner in Melbourne ist Roger Federer. Der 30 Jahre alte Schweizer hat auf dem Weg zu seinem vierten Triumph in Down Under und dem 17. Major-Titel insgesamt der großen Hoffnung der Australier eine Lehrstunde erteilt. Federer besiegte den 19 Jahre alten Bernard Tomic 6:4, 6:2, 6:2. Auch der Spanier Rafael Nadal gewann glatt in drei Sätzen.

“Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe”, sagte Kim Clijsters nach dem verwandelten Matchball. In der hochklassigen Wiederholung des Vorjahresfinales stand sie gegen die Chinesin Li Na erst vor der Aufgabe, dann vor dem sportlichen Aus, ehe sie noch 4:6, 7:6 (8:6), 6:4 gewann. Beim Stand von 3:3 im ersten Satz war sie mit dem linken Fuß umgeknickt. Die 28-Jährige, die seit vier Jahren eine Tochter hat, ließ ihr Sprunggelenk mit einem Tapeverband fixieren und biss auf die Zähne. Sie habe schon an Aufgabe gedacht, doch bei ihren letzten Australian Open wollte sie sich nicht durch eine Verletzung stoppen lassen, sagte sie.

Nachdem sie den ersten Satz abgegeben hatte, fand sie im zweiten Durchgang zurück ins Spiel. Im Tiebreak hatte sie dann vier Matchbälle gegen sich, doch Li Na versagten die Nerven. Clijsters sicherte sich Satz zwei und verwandelte danach auch ihren zweiten Matchball gegen die Chinesin, die bei der Pressekonferenz in Tränen ausbrach. Nicht jede Tennisspielerin nimmt Niederlagen so emotionslos hin wie Julia Görges.

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