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Google gibt Einblick in staatliche Löschanfragen

© Robert Scoble / flickr.com, Lizenz: CC-BY

21.04.2010

"Government Request Tool" Google gibt Einblick in staatliche Löschanfragen

Daten sollen alle sechs Monate aktualisiert werden.

Mountain View/Hamburg – Der Internetriese Google hat erstmals Details zu staatlichen Löschanfragen bekannt gegeben. Das „Government Request Tool“ zeigt den Usern ab sofort, wie oft die unterschiedlichen Nationen bei Google anklopfen und die Löschung von Daten sowie die Herausgabe von Nutzerinformationen verlangen. Abgebildet wird zunächst der Zeitraum von 1. Juli bis 31. Dezember 2009.

„Die Daten sollen alle sechs Monate aktualisiert werden und in Zukunft noch detaillierter ausfallen“, sagt Google-Sprecher Kay Oberbeck im Gespäch mit pressetext. Mit dem Einblick in die staatlichen Anfragen will Google mehr Transparenz erreichen und auch eine breitere öffentliche Diskussion anregen, wie Oberbeck ergänzt.

Keine Details über Nutzerdaten

Google verrät zwar, wie viel Prozent der Löschanfragen pro Land nachgegeben wurde. Es gibt jedoch keine öffentlichen Zahlen dazu, wie oft persönliche Daten von Usern auf Anfrage der Behörden herausgegeben werden. „Diesen Bereich können wir selbst nicht genau eingrenzen, weil es dafür keine Standards, kein Muster gibt. Die Anfrage zu Nutzern fallen völlig unterschiedlich aus und lassen sich daher schwer in Prozent zusammenfassen“, erklärt Oberbeck auf Nachfrage von pressetext.

Generell halte sich Google bei Löschung und Herausgabe von Daten jeweils an die im Land geltenden Gesetze sowie die eigenen Nutzungsbedingungen. „Von den Zahlen ausgenommen ist der Bereich Kinderpornografie. Sobald wir hier etwas entdecken, werden Inhalte auch ohne Anfrage der Behörden sofort entfernt“, betont der Google-Sprecher. Auch Anfragen wegen Urheberrechtsverletzungen seien nicht einbezogen, da diese zumeist von den Unternehmen selbst kämen und sich die staatlichen Anfragen nur im Promillebereich bewegen würden.

Brasilien führt

Laut den Googledaten führt Brasilien derzeit mit den meisten Anfragen. Das Land hat in dem Zeitraum 3.663 mal bei Google angeklopft und um die Herausgabe von Nutzerinformationen gefragt. Die USA kamen auf 3.580 und Großbritannien auf 1.166 Anfragen. Deutschland fragte 458 mal um Nutzerdaten an, Österreich gar nicht.

Löschanträge wurden von Deutschland 188 mal gestellt – 94,1 Prozent davon ging Google nach. Von Österreich langten weniger als zehn Löschanträge ein, wovon 60 Prozent nachgegeben wurde. Die Schweiz stellte ebenfalls weniger als zehn Löschanträge, 88,9 Prozent davon wurden von Google erfüllt. Gar keine Daten gibt es zu China, weil die Anfrage dort als „Staatsgeheimnis“ behandelt würden.

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