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31.03.2010

Google Google-Echtzeitsuche und der Einfluss auf SEO

Ist die sogenannte Suchmaschinenoptimierung (SEO) im Umbruch, nachdem Google und seit ein paar Tagen auch Bing aktuelle (Befindlichkeits) Meldungen aus Twitter, Facebook & Co. in Echtzeit in die Suchergebnisse einblenden?

Zumindest wird es noch schwieriger zu prognostizieren, an welcher Stelle eine Webseite in den Suchergebnissen angezeigt werden wird. Und je mehr die inzwischen vielfältig vorhandenen individuellen Einstellmöglichkeiten für die Suchergebnis-Anzeige von den Google-Nutzern angenommen werden, desto weniger Klicks entfallen selbst auf Top-Platzierungen in der Standard-Ansicht. Schlecht für die bisherigen Platzhirsche, aber gut für fleißige „Newcomer“.

Klickt man auf einer Google-Ergebnisseite auf „Optionen anzeigen“, sind folgende Ergebnis-Selektionen möglich: Bilder, Videos, Nachrichten, Blogs, Updates, Bücher, Diskussionen und/oder nach verschiedenen vorgeschlagenen bzw. frei wählbaren Zeiträumen – wobei nach Klick auf „Neueste“ fortlaufend die 10 aktuellsten Ergebnisse (Echtzeit-Ergebnisse) angezeigt werden. Die Kombinationsmöglichkeiten sind unendlich – und damit die Anzahl möglicher Rankings bzw. Sortierungen der Suchtreffer.

Aber selbst wenn Google-User nicht aktiv werden und die Suchergebnis-Anzeige individualisieren, wird die Standard-Ansicht „Alle Ergebnisse“ von Google mehr und mehr durcheinander gewirbelt, indem aktuell schon bei 60% der Suchanfragen (mit steigender Tendenz) – zwischen den „normalen“ Treffern, also den klassischen Webseiten – vor allem Video-, Bild- und Shoppingergebnisse eingeblendet werden. Selbst wenn man mit einer Webseite für eine bestimmte Suchphrase heute auf Platz 1 liegt, kann beispielsweise ein aktueller Artikel zum Thema aus Google News oder eine kleine Änderung am Google-Algorithmus über Nacht zu einem Hinausdrängen aus dem (ohne Scrollen) sichtbaren Bereich führen. Und auch eine Verschlechterung um nur einen Platz kann schon viel Traffic kosten: Platz 1 bekommt im Durchschnitt fast 50% der Klicks, Platz 2 und 3 zusammen noch gut 20% – und ab Platz 4 rauschen die Zahlen sowieso in den Keller.

Zumindest konnte man bisher in etwa ausrechnen, wie viele Klicks auf eine bestimmte Platzierung für eine bestimmte Sucheingabe entfallen. Das Google AdWords-Tool liefert (wenn „exakte Übereinstimmung“ eingestellt ist) brauchbare Volumenschätzungen – allerdings muss man wissen, dass fast 50% der Suchergebnisse nach kurzer Sichtung und ohne Klick verfeinert werden. Prognostiziert das AdWords-Tool 1.000 Klicks pro Monat, sah die Rechnung demnach bisher so aus: 1000 x suchen -> 500 Klicks in die Ergebnisse, davon 10% in die Anzeigen und 10% auf Seite 2 folgende. Bleiben also 400 Klicks für Seite 1 und – gesetzt den Fall, dass keine Google Maps-Einträge über den „organischen“ Suchergebnissen angezeigt werden – knapp 200 Klicks für Platz 1 sowie etwa 100 Klicks für Platz 2 und 3 zusammen.

Dadurch, dass kaum vorhersehbar ist, bei welchen Suchanfragen Google in Zukunft „eigenmächtig“ andere Formate zwischen den „normalen“ Suchtreffern anzeigt (und wenn ja, wie viele) und inwieweit die User ihre Wahlfreiheiten bei der Ergebnisanzeige nutzen, ist aktuell nicht abzusehen, wie viele Klicks etwa ein Platz 1, der bisher z. B. für 200 Klicks im Monat gut war, künftig noch bringen wird. Was aber klar ist: Es werden weniger Klicks werden. Und ob die Klicks z. B. aus User-Optionen wie „Neueste“ oder „Vergangene 24 Stunden“ ähnlich „motiviert“ sind und zu vergleichbaren Umwandlungsraten führen werden (wie Klicks aus der Standard-Ansicht) bleibt zwar abzuwarten, muss aber bezweifelt werden. Trotzdem wird durch Google’s stärkere Betonung von „aktuell“ versus „relevant“ wohl eine zumindest leichte Verschiebung von Linkbuilding zu OnPage- bzw. sog. Social Media Marketing-Maßnahmen und damit – leider – auch von Strategie zu Aktionismus stattfinden.

Dadurch, dass die Ergebnisanzeige nicht mehr „nur“ von den Google-Algorithmen, sondern zunehmend vom User selbst bestimmt wird (über seine bewusste Auswahl der Anzeige- bzw. Selektionsoptionen sowie zukünftig sicher verstärkt durch seine Surf- und Suchhistorie), wird die Suchmaschinenoptimierung nicht unbedingt einfacher. Auf der anderen Seite macht gerade die Einblendung von Echtzeitergebnissen (die sicher auch noch einiges an Verbesserungspotenzial bietet), die Google-Nutzung noch attraktiver. Und wenn die Anzahl der Google-Suchanfragen deshalb auch 2010 wieder um fast 40% wächst, kann die SEO-Branche mit den Google-Innovationen der letzten Monate unterm Strich sicher ganz gut leben.

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