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© Robert Scoble / flickr.com, Lizenz: CC-BY

23.07.2009

O3D-Grafikschnittstelle Google Chrome wird zur Spieleplattform

Installieren des bisher verwendeten O3D-Plugins überflüssig.

Mountain View/Mühlheim – Wie aus einem Blog-Eintrag von Programmierer Greg Spencer hervorgeht, hat sein Entwicklerteam damit begonnen die O3D-Grafikschnittstelle direkt in Chromium, dem Google Chrome zugrundeliegenden Source-Code, zu integrieren. Dadurch dürfte O3D bald nativ von Googles Browser unterstützt werden, was das Installieren des bisher verwendeten O3D-Plugins überflüssig macht und die 3D-Fähigkeit des Browsers steigert.

Die Integration in den Browser soll nun den Weg für schönere internetbasierte 3D-Spiele freimachen, die direkt im Browser laufen. Man wolle das Web von einem statischen Medium zu einem Ort umgestalten, an dem es leicht ist, Software laufen zu lassen, hieß es diesbezüglich vonseiten Googles. Deshalb arbeitet man zusätzlich auch an einem „Google Native Client“, der Webanwendungen noch stärker von der Hardware des Benutzers profitieren lässt. Der Client soll im wesentlichen aus einer Laufzeitumgebung, einem Browser-Plug-in und Entwicklerwerkzeugen auf Basis des quelloffenen GCC-Compilers bestehen. Er soll dem Browser den Zugriff auf die volle CPU-Leistung ermöglichen, wodurch der Browser zu einer Art plattformunabhängigen Betriebssystem wird.

Die Entwicklung des Codes und die Integration von O3D in den Chrome-Browser ist jedoch nur der erste Schritt in Richtung 3D-Spiele im Internet. Gelingt es nicht, andere Browserhersteller für die Technologie zu gewinnen, wird es für Google auch schwierig, Spielestudios ins Boot zu holen. „Durchsetzen kann sich diese Technologie nur, wenn sie Standard wird. Wenn nur ein einzelner Browser wie der Google Chrome O3D integriert, ist das zu wenig, um für Entwickler interessant zu sein“, sagt Christian Kaufmann von der Spieleschmiede Aruba Studios im Gespräch mit presstext.

Zwar strebt das Industriekonsortium Khronos Group schon länger die Einführung offener Standards für 3D-Anwendungen im Web an und konnte sowohl Mozilla als auch Google für die Idee gewinnen. Dass Microsoft nicht Mitglied bei Khronos ist, mit dem Internet Explorer nach wie vor eine dominante Stellung innehat und mit dem hauseigenen DirectX-Standard eine eigene proprietäre 3D-Schnittstelle anbietet, erschwert das Projekt jedoch. „Microsoft war im Browserbereich bislang immer tonangebend. Flash als Spieleplattform wurde auch erst interessant, nachdem es standardmäßig vom Internet Explorer unterstützt wurde“, so Kaufmann. Ob sich die Integration von O3D und der Native Client also durchsetzen können, muss sich erst noch zeigen.

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