Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Panorama - newsburger.de

Abholzung im Amazonasgebiet

© Marcelo Sayao / Archiv über dpa

20.04.2015

Global Witness Immer mehr Morde an Umweltschützern

Im vergangenen Jahr seien mindestens 116 Naturschützer getötet worden.

Mexiko-Stadt – Im Konflikt um landwirtschaftliche Flächen, Energieprojekte und Bergbauvorhaben werden Umweltschützer immer häufiger zu Opfern von Gewalt. Im vergangenen Jahr seien mindestens 116 Naturschützer getötet worden, teilte die Organisation Global Witness am Montag mit. Das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor.

Bereits zwischen 2007 und 2011 habe sich die Zahl der Morde an Umweltschützern verdreifacht, schrieben die Experten von Global Witness. Damit seien sie die wohl am stärksten gefährdete Aktivistengruppe. Weltweit würden fast doppelt so viele Umweltschützer wie Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet.

Die meisten Angriffe hätten sich in Süd- und Mittelamerika sowie Südostasien ereignet, hieß es in dem Bericht. In Brasilien sind 2014 demnach 29 Umweltschützer getötet worden, in Kolumbien 25 und in den Philippinen 15. Honduras war mit zwölf Fällen das Land mit den meisten Morden an Naturschützern gemessen an der Einwohnerzahl. Indigene Gruppen waren von der Gewalt am stärksten betroffen.

Verantwortlich für die Taten sind laut Global Witness paramilitärische Gruppen, Polizei, private Sicherheitsfirmen und das Militär. Drahtzieher seien Großgrundbesitzer, Unternehmen, Politiker und das organisierte Verbrechen. Zahlreiche Verbrechen würden niemals aufgeklärt.

„In Honduras und dem Rest der Welt werden Umweltschützer am helllichten Tag erschossen, entführt, bedroht oder des Terrorismus‘ beschuldigt wegen ihres Widerstandes gegen den sogenannten Fortschritt“, sagte Billy Kyte von Global Witness. „Die Hintermänner mit ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen genießen totale Straffreiheit.“

Global Witness rief die Regierungen dazu auf, die Strafverfolgung zu intensivieren und die Arbeit der Umweltschützer öffentlich anzuerkennen. Unternehmen sollten Projekte nur mit Zustimmung der betroffenen Gemeinden auf den Weg bringen dürfen und sicherstellen, dass keine Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit ihren Investitionen begangen werden.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dpa / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/global-witness-immer-mehr-morde-an-umweltschuetzern-82326.html

Weitere Nachrichten

Nadja abd el Farrag 2013

© 9EkieraM1 / CC BY-SA 3.0

Nadja Abd el Farrag „Ich bin enttäuscht von Herrn Zwegat“

Er sollte ihr aus der finanziellen Misere helfen, aber die Bemühungen von Peter Zwegat (66) haben laut Nadja ab del Farrag (51) zu kaum etwas geführt. ...

Kind

Symbolfoto © Alvesgaspar / CC BY-SA 3.0

Bericht Kind im Internet zum Verkauf angeboten

Ein Mädchen (8) aus Löhne (Kreis Herford) ist im Internet zum Verkauf angeboten worden. Das Kind gab an, das Inserat selbst aufgegeben zu haben. Nach ...

Daniela Katzenberger 2014

Katzenberger auf dem RTL-Spendenmarathon 2014 in Hürth © Michael Schilling / CC BY-SA 3.0

Daniela Katzenberger „Ich mache keine Werbung für irgendwelche Diät-Pillen“

Ein unseriöser Hersteller wirbt mit Daniela Katzenberger (30) für Schlank-Tabletten. Auf ihrer Facebook-Seite wehrt sich die TV-Blondine gegen diese ...

Weitere Schlagzeilen