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29.09.2009

Gleichheit im Wartezimmer: Einheitliche Bedingungen für Privat- und Kassenpatienten

(openPR) – Lange Wartezeiten bei der Terminvergabe und im Wartezimmer sind für gesetzlich Versicherte kaum noch wegzudenken. Deutlich besser schneiden da die Privatpatienten ab, was eine Studie der BKK vom Frühjahr 2009 belegt. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt fordert nun eine schnellere Terminvergabe und eine einheitliche Gebührenordnung unabhängig vom Versicherungsstatus. Das Internetportal private-krankenversicherung.de informiert über diese scheinbar utopische Perspektive.

Die Realisierbarkeit dieses Projekts ist fraglich. Immerhin kommen auf acht Million privat Versicherte sieben Milionen gesetzlich Versichterte. Und diese werden unter immer schelchteren Bedingungen behandelt. Darunter fallen etwa die schrumpfenden Budgets für Heil- und Arzneimittel, die meist schon lange vor Ende des Quartals aufgebraucht sind. Das zwingt die Ärzte zur Terminvergabe im nächsten Quartal.

Auch die ungleichen Wartezeiten überraschen kaum. Laut Information von TNS Healthcare warten Privatpatienten bei akuten Beschwerden nur 3 Tage auf einen Termin, während die gesetzlich Versicherten erst nach acht Tagen das Sprechzimmer aufsuchen können. Noch extremer sind die Zeitspannen bei Terminen ohne dringliches Anliegen. Kassenpatienten müssen sich hier 26 Tage für einen Termin gedulden, Privatpatien nur 12 Tage. Dasselbe gilt in den Wartezimmern: Erst nach 29 Minuten werden Kassenpatienten aufgerufen, sieben Minuten später als die Privatpatienten.

Das Ziel, einheitliche Wartezeiten einzuführen wird schon deshalb schwierig, da Pflichtversicherte im Krankheitsfall ein ärztliches Attest an ihren Arbeitgeber vorweisen müssen. Darum gehen sie viel öfter zum Arzt, auch wenn keine Behandlung von Nöten ist. Im Gegensatz dazu erscheinen privat Versicherte nicht nur seltener beim Arzt, sondern bringen auch 35 Prozent mehr Honorar ein.

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