Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Sport - newsburger.de

Glasgow Rangers melden Insolvenz an

© dapd

14.02.2012

Schottland Glasgow Rangers melden Insolvenz an

Steuernachzahlung von knapp 50 Millionen Pfund – Ausschluss aus internationalen Wettbewerben droht.

Leipzig/Glasgow – Misswirtschaft, ignorante Klubchefs und Schulden in Millionenhöhe – doch die Schuld an der Pleite weisen die Glasgow Rangers zurück. Der schottische Fußball-Rekordmeister schiebt den Schwarzen Peter der britischen Finanzbehörde HMRC zu, die in einem Verfahren Steuernachzahlungen von fast 50 Millionen Pfund verlangt. “Selbst wenn die Rangers das Verfahren gewinnen, so hat die HMRC klargestellt, dass sie wieder und wieder in Berufung gehen wird”, teilte der Verein mit. “Das würde den Klub in Jahre der Unsicherheit stürzen.”

Der Schritt zum Insolvenzantrag war laut Besitzer Craig Whyte demnach unvermeidlich. “Die 49 Millionen Pfund sind Steuern und Zinsen. Kommt eine Strafzahlung hinzu, kann sich die Rechnung auf 75 Millionen Pfund erhöhen”, sagte der Investor. Dies sei ein schockierender Betrag, der unmöglich zu bezahlen sei.

Zwar ist die Existenz des Klubs nicht akut bedroht, die Zeiten, in die Rangers und Erzrivale Celtic Glasgow die schottische Premier League nach Belieben dominierten, dürften allerdings vorbei sein. Am Dienstag ist das Insolvenzverfahren gegen die Rangers eingeleitet worden, damit verbunden ist auch ein Punktabzug von zehn Zählern. “Eventuell kommt noch eine Transfersperre hinzu”, sagte ein Sprecher der schottischen Liga.

In der Meisterschaft sind die Rangers mit nun 14 Punkten Rückstand auf Celtic zwar noch immer Zweiter, doch die Teilnahme am Europapokal ist dennoch fraglich. Denn kann der Verein dem schottischen Verband bis zum 31. März keine tadellose Etatplanung vorlegen, droht der Ausschluss aus dem internationalen Geschäft für die kommende Saison.

Für Beobachter und Fans war der Insolvenzantrag zwar eine Überraschung, jedoch alles andere als ein Schock. Erste Zweifel wurden im Mai 2011 laut, als Whyte den Klub für den symbolischen Preis von einem Pfund vom Stahlmagnaten David Murray übernahm. Als Whyte im Januar zugab, die zu erwartenden Einnahmen durch der Verkauf von Dauerkarten in den kommenden drei Jahre schon verpfändet zu haben, schrillten überall die Alarmglocken.

“Die Rangers sind auf dem Rücken von Eitelkeiten und Wahnvorstellungen in dieses Debakel geraten”, kommentierte die britischen Tageszeitung “The Guardian” die Misere. Als positives Beispiel zog das Blatt ausgerechnet Celtic heran. Als man dort 1994 vor der Pleite stand, habe man es unter dem knallharten Sanierer Fergus McCann verstanden, vernünftig zu wirtschaften.

Es passte ins Bild, dass Celtic wenige Stunden vor dem Insolvenzantrag der Rangers vermeldete, dass man die Schulden von neun auf sieben Millionen Euro reduziert habe. “Mit unserem Schuldenstand lässt sich gut wirtschaften”, verkündete Vorstandschef Peter Lawwell.

Während die Rangers trotz geringer werdenden Einnahmen kräftig investierten, besann man sich bei Celtic darauf, junge Spieler zu entwickeln und teuer zu verkaufen. Beide Klubs haben dennoch das Problem, dass Anspruch und Tradition eigentlich zu groß für das eigene Land. Gedankenspiele über einen Wechsel in die englische Premier League wurden in der Vergangenheit verworfen. Es hätte wohl das Aus für die schottische Liga und weitere Insolvenzen bedeutet.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/glasgow-rangers-melden-insolvenz-an-40039.html

Weitere Nachrichten

Olympia IOK Lausanne

© FreeMO / gemeinfrei

DOSB Medaillenkandidaten sollen schon in Grundschulen gesucht werden

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) soll künftig schon in Grundschulen nach Talenten suchen. Im Entwurf des sogenannten "Eckpunktepapiers zur ...

Weserstadion Bremen

© Daniel FR / gemeinfrei

1. Bundesliga Werder Bremen beurlaubt Trainer Viktor Skripnik

Der SV Werder Bremen hat Cheftrainer Viktor Skripnik und die beiden Co-Trainer Florian Kohfeldt und Torsten Frings mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Das ...

DFB-Zentrale Fussball

© Chivista / gemeinfrei

Grindel DFB fällt es schwer Ehrenamtler zu finden

Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB) hat bekräftigt, sich weiter um Transparenz bei der Aufklärung der noch offenen Fragen rund ...

Weitere Schlagzeilen