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Gingrich und Romney streiten über Einwanderungspolitik

© AP, dapd

27.01.2012

Wahlen Gingrich und Romney streiten über Einwanderungspolitik

TV-Debatte vor der Vorwahl in Florida – Umfragen lassen Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten.

Jacksonville – Vor der nächsten Vorwahl der US-Republikaner in Florida hat sich der Ton zwischen den Bewerbern um die Präsidentschaftskandidatur weiter verschärft. In einer Fernsehdebatte stritten die Favoriten Mitt Romney und Newt Gingrich am Donnerstagabend unter anderem über das Thema Einwanderung – ohne klar erkennbare Unterschiede in den Positionen, aber dafür mit umso mehr Emotion. Mit Applaus wurde der Bewerber Rick Santorum für seine Aufforderung belohnt, endlich die persönlichen Angriffe zu beenden und sich stattdessen auf Sachfragen zu konzentrieren.

Während Romney erneut verbale Angriffe wegen seiner einstigen Tätigkeit als Finanzinvestor einstecken musste, zog dieser die von Gingrich angekündigten großen Infrastrukturprojekte in wichtigen Vorwahl-Staaten ins Lächerliche. In der Einwanderungspolitik stehen beide für ähnliche Programme: Eine Bekämpfung der illegalen Migration, Gesetze zur Bevorzugung legaler Einwanderer bei der Vergabe von Jobs und die Rückführung von einigen der elf Millionen Menschen, die ohne Aufenthaltserlaubnis in den USA leben.

Dennoch bezeichnete Gingrich seinen innerparteilichen Rivalen Romney als den fremdenfeindlichsten der vier Kandidaten. Dieser reagierte mit den Worten, der Vorwurf sei abscheulich und unverzeihlich. Sein eigener Vater sei schließlich in Mexiko geboren worden.

In Florida findet am Dienstag die nächste Vorwahl statt. Santorum und dem vierten Kandidaten, Ron Paul, werden dabei kaum Chancen eingeräumt. Für Gingrich, dem früheren Präsidenten des Repräsentantenhauses, gilt die Abstimmung als wichtige Chance, einen großen Südstaat zu gewinnen und möglicherweise an dem lange favorisierten Ex-Gouverneur Romney vorbeizuziehen. Jüngste Umfragen deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden hin.

Romney präsentierte sich am Donnerstag aggressiver und selbstbewusster als in vergangenen Debatten und griff seinen Hauptrivalen heftig an. Mit Blick auf Gingrichs Pläne für eine permanente Station auf dem Mond sagte der ehemalige Geschäftsmann Romney: “Wenn ein Manager zu mir käme und sagen würde, ich will ein paar Hundert Milliarden Dollar für eine Kolonie auf dem Mond ausgeben, würde ich sagen: ‘Sie sind entlassen.’”

Santorum erhielt Applaus der Zuschauer, als er die beiden Favoriten aufrief, ihre gegenseitigen persönlichen Angriffe zu beenden und sich stattdessen auf Sachfragen zu konzentrieren. “Können wir beiseitelegen, dass Newt ein Mitglied des Kongresses war und dass Mitt Romney ein wohlhabender Typ ist?”, sagte Santorum genervt.

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