Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Digital - newsburger.de

Tastatur

© Benjamin Klack / pixelio.de

28.01.2016

GfK-Studie Furcht vor Datenmissbrauch ist weit verbreitet

Anzahl Betroffener gestiegen.

Nürnberg – Knapp 70 Prozent der Deutschen sorgen sich um den Schutz ihrer persönlichen Daten. Sie befürchten durch Datenklau vor allem finanziellen Schaden, Identitätsdiebstahl und den unerlaubten Eingriff in die Privatsphäre. Im Vergleich zur Befragung vor zwei Jahren wurden die Bedenken nicht weniger. Einen deutlichen Anstieg gab es bei der Angst, dass Daten zur Planung von Terroranschlägen missbraucht werden könnten.

Im Rahmen der Studie „Daten & Schutz 2015/2016“ befragte der GfK Verein rund 2.000 Personen in Deutschland zum Umgang mit privaten Daten. Knapp 70 Prozent sorgen sich um den Schutz ihrer persönlichen Daten und ihrer Privatsphäre – dieser Wert hat sich im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren kaum verändert. Allerdings hat sich die Anzahl derjenigen, die schon einmal von Datenmissbrauch betroffen waren, von sieben auf neun Prozent leicht erhöht.

Datenmissbrauch macht vorsichtig

Wer schon einmal von Datenklau betroffen war, ist generell ängstlicher: Fast alle geben an, sich vor Datenmissbrauch zu fürchten (95,2 Prozent). Zwar verzichten die Betroffenen nicht häufiger auf die Nutzung von Online-Angeboten als der Durchschnitt, aber sie ergreifen vermehrt Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel verwenden sie häufiger komplizierte Passwörter, ändern diese öfter und achten darauf, Passwörter nicht auf der Festplatte zu speichern. Befragte, die schon einmal Datenmissbrauch erlebt haben, treffen eher Maßnahmen zum Schutz vor Schnüffelsoftware und legen sich häufiger eine E-Mail Adresse zu, die nur für Registrierungen oder Spiele verwendet wird.

Die Angst vor finanziellem Schaden ist hoch

Befragt nach den Ängsten im Zusammenhang mit Datenmissbrauch, nennen die meisten Deutschen finanziellen Schaden (65 Prozent), Missbrauch der eigenen Identität durch Dritte (53 Prozent) und Einblick bzw. Eingriff in die Privatsphäre (48 Prozent). Fast ebenso viele fürchten sich vor der Verbreitung von falschen Informationen und Unwahrheiten (42 Prozent). Deutlich gestiegen ist die Furcht, dass Daten zum Planen von Terroranschlägen missbraucht werden. Mit einer Erhöhung von 9,7 auf 19,6 Prozent hat sich dieser Wert innerhalb von zwei Jahren verdoppelt.

Daten und SchutzDatenaufzeichnung zum Schutz wird akzeptiert

Die deutschen Internet-Nutzer akzeptieren eine Beobachtung ihrer Person nur dann, wenn sie dem Schutz dient. Mehr als 70 Prozent befürworten, dass es mehr öffentliche Sicherheitseinrichtungen, wie Überwachungskameras, gibt, weil sie sich dadurch sicherer fühlen. Deutlich zugenommen hat die Zustimmung zur Aufzeichnung der Kommunikation am Telefon oder im Internet zum Schutz vor Verbrechen: Immerhin 40 Prozent äußern sich darüber positiv, vor zwei Jahren waren es noch nicht einmal 30 Prozent. Auch akzeptieren mehr als zwei Drittel, dass mit der Nutzung des World Wide Webs ein gewisser Grad an Überwachung und eingeschränktem Datenschutz verbunden ist. 2013 teilte nur gut die Hälfte diese Ansicht. Auf wenig Zustimmung stößt aber die Verwendung der Daten für Werbezwecke bei der Nutzung kostenfreier Online-Dienste. Nur gut jeder Vierte stimmt dem zu und nur jeder Dritte will auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Werbung. „Die Zustimmung für diese Datenverwendung steigt jedoch und ist besonders bei den unter 40-Jährigen stärker ausgeprägt“ stellt dazu Raimund Wildner, der Geschäftsführer des GfK Vereins fest.

Regierung sorgt zu wenig für Schutz

Nur 32 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Bundesregierung genug tut, um die Daten der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Allerdings hat sich dieser Anteil seit 2013 leicht erhöht – damals lag der Wert der positiven Stimmen bei 28 Prozent. Ihr Vertrauen beim Umgang mit persönlichen Daten schenken die Internetnutzer vor allem Ärzten (88 Prozent), kleinen Einzelhändlern (83 Prozent) und Krankenkassen (77 Prozent). Am wenigsten vertrauen sie Anbietern von Internetservices aus den USA (10 Prozent). Etwas höher (22 Prozent) ist das Vertrauensniveau bei den europäischen Anbietern. Aber auch sozialen Netzwerken, Internet-Providern, Online-Kommunikationsplattformen/Messenger-Diensten, und Internet-Shops steht die Mehrheit der Befragten misstrauisch gegenüber.

Kein Verzicht bei Social Media

Bei drei Viertel der deutschen Internetnutzer führt das Misstrauen beim Datenschutz auch zum Verzicht auf Online-Aktivitäten. Knapp 40 Prozent der Befragten glauben, dass Online-Gewinnspiele eine Gefahrenquelle für Datenmissbrauch sind. Dementsprechend sieht fast die Hälfte von der Nutzung dieser Angebote ab. Auch beim Online-Banking fürchten fast 40 Prozent Datenmissbrauch und entsprechend viele geben an, deshalb darauf zu verzichten (heute: 33 Prozent, 2013: 37 Prozent). Weniger konsequent verhalten sich die Surfer bei den sozialen Netzwerken: Obwohl mehr als jeder Dritte in sozialen Netzwerken eine Gefahr für Datenmissbrauch sieht, verzichten auf deren Nutzung nur 16 Prozent (2013: 22 Prozent).

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
WhatsApp

© Bild im Text: obs / GfK Verein / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/gfk-studie-furcht-vor-datenmissbrauch-ist-weit-verbreitet-92662.html

Weitere Meldungen

Computer-Nutzer

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Krankenhäuser geraten verstärkt in den Fokus krimineller Hacker

Deutsche Krankenhäuser geraten während der Coronakrise verstärkt in den Fokus krimineller Hacker. Das bestätigen interne Papiere von Sicherheitsbehörden, ...

Computer-Nutzerin

© über dts Nachrichtenagentur

Corona-Krise Digitalbranche erwartet drastische Umsatzeinbußen

Die Auswirkungen der Coronakrise werden wohl auch die Digitalbranche schwer treffen. Das zeigt eine Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) ...

Tastatur

© über dts Nachrichtenagentur

Bitkom Datennetze verkraften Homeoffice gut

Die deutschen Datennetze verkraften die Mehrbelastung durch den gestiegenen Datenverkehr und mehr Telefongespräche nach Angaben des IT-Branchenverbands ...

Coronavirus Internetwirtschaft will mit Kampagne für Warn-App werben

Der Internetverband Eco mit mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen will mit einer Kampagne für die Nutzung von Handydaten im Kampf gegen die ...

Corona-Krise Bischofskonferenz will Oster-Messen streamen

Die Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungsverbote in Deutschland sollen über das Osterfest hinaus gelten. Darauf reagiert auch die katholische Kirche: ...

Netzwerkdurchsetzungsgesetz Richterbund begrüßt Kabinettsbeschluss zum NetzDG

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), Sven Rebehn, hat die vom Kabinett am Mittwoch gebilligte Reform des ...

Corona-Krise Bitkom dringt auf digitale Weiterbildung

Angesichts der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Krise dringt der Präsident des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, auf eine ...

Umfrage Zuspruch für Online-Sprechstunden deutlich gestiegen

Die Mehrheit der Bundesbürger würde den Arztbesuch angesichts der Coronavirus-Pandemie gerne ins Internet verlegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ...

VZBV Verbraucherschützer warnen vor Corona-Betrügern im Internet

Die Verbraucherzentralen haben vor Betrügern auf Online-Plattformen gewarnt, die sich die Corona-Pandemie zunutze machen wollten. "Wir erhalten inzwischen ...

Kelber Datensicherheit trotz Arbeit im Homeoffice stabil

Der Wechsel vieler Beschäftigter ins Homeoffice hat nach Angaben des Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber (SPD) bisher keine negativen Folgen für ...

Datenschutzbeauftragter System zur Corona-Bekämpfung rückständig

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hat die Infrastruktur der deutschen Behörden zur Corona-Bekämpfung als rückständig kritisiert. "Das ...

N26 Smartphone-Bank registriert veränderte Geldströme

Der Co-Chef der Smartphone-Bank N26, Valentin Stalf, sieht in der Corona-Krise einen radikalen Wechsel vom Bargeld hin zum kontaktlosen Bezahlen. "Ich bin ...

Berichte Corona-Antragsflut bringt Server von Landesbanken zum Absturz

Die große Nachfrage nach Hilfen im Zuge der Coronakrise hat Server von mehreren Landesbanken zum Absturz gebracht. "Hohe Server-Belastung durch ...

eBay Verkauf von Atemschutzmasken wird beschränkt

Die Online-Verkaufsplattform Ebay schränkt den Handel mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln ein, um Wucherpreise zu verhindern. Ebay verbiete es, ...

IW-Studie Klopapier wird zunehmend online bestellt

Für den Onlinehandel bietet die Corona-Krise die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und Waren anzubieten, die zuvor dem stationären Handel vorbehalten blieben. ...

Kriminalstatistik Verbreitung von Kinderpornographie nimmt zu

Die Zahl der Verstöße wegen Verbreitung pornografischer Schriften ist 2019 um 52 Prozent gestiegen, bei Kinderpornografie sogar um 65 Prozent. Das ...

Facebook Zuckerberg bei Corona-Fakenews strenger als im Wahlkampf

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist bei "Fake News" zur Corona-Pandemie strenger als im Wahlkampf. "Das sind unterschiedliche Fälle: Wir hatten immer die ...

Corona-Pandemie Bitkom und BSI warnen vor Internet-Risiken im Homeoffice

Im Zuge der Corona-Pandemie wechseln immer mehr Arbeitnehmer ins Homeoffice. Doch der IT-Verband Bitkom und das Bundesamt für Sicherheit in der ...

Corona-Krise Bitkom sieht Internet-Netze für erhöhten Datenverkehr gewappnet

Nach Einschätzung des Präsidenten des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, werden die Breitband-Internet-Netze in Deutschland dem erhöhten Datenverkehr infolge ...

Facebook Manager will bessere Regeln für digitale Welt

Der ehemalige britische Vizepremierminister und jetzige Facebook-Manager, Nick Clegg, hat Fehler des sozialen Netzwerks zugegeben. "Wir akzeptieren, dass ...

Umfrage Jeder Dritte scheitert bei Internetrecherche

Jeder dritte Deutsche scheitert bei Recherchen im Internet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom, die am Dienstag ...

Hass im Netz Bundesjustizministerin Lambrecht pocht auf härtere Strafen

Nach dem Schlag gegen mutmaßliche Rechtsterroristen mit zwölf Festnahmen hat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) die geplanten ...

Breitband-Ausbau 68 Kommunen geben Förderbescheide zurück

Das Fördergeld für den Breitbandausbau in Deutschland bleibt in vielen Fällen ungenutzt. 68 Gemeinden oder Zweckverbände, und damit fast jeder zehnte ...

Hass im Netz Immer weniger Beschwerden über mangelhafte Löschung

Fast zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes gegen Hass im Netz (Netzwerkdurchsetzungsgesetz) registriert das Bundesamt für Justiz (BfJ) deutlicher ...

Studie Online-Vergleichsportale nur bedingt empfehlenswert

Online-Vermittlungsplattformen für Flüge, Hotels oder Strom sind laut einer aktuellen Studie von Verbraucherschützern nicht immer empfehlenswert. "Aufgrund ...

Studie Obergrenze für Video-Streaming bei 23 Euro im Monat

Im hart umkämpften Streaming-Markt scheint es für deutsche Kunden eine finanzielle Obergrenze zu geben. Das ergab eine Studie der Nürnberger Gesellschaft ...

Umfrage Jeder Zehnte kauft seinen Weihnachtsbaum im Internet

Jeder zehnte Bundesbürger bestellt sich seinen Weihnachtsbaum in diesem Jahr im Internet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbandes ...

Google-Mutterkonzern Page und Brin geben Alphabet-Chefposten ab

Der Google-Gründer und Chef des Google-Mutterkonzerns Alphabet, Larry Page, tritt zurück. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einem Blog-Eintrag mit. ...

Bericht Lottoblock will Online-Casinos verstaatlichen

Die 16 Lottogesellschaften wollen Online-Casinos verstaatlichen. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Dies gehe aus einem Schreiben des Deutschen Lotto- ...

Social Media Facebook fordert gesetzliche Regeln für politische Werbung

Der Social-Media-Konzern Facebook regt neue Regelungen für Werbung von Parteien in den Sozialen Medien an. "Ob eine Anzeige politisch ist und wer ...

"TikTok" Chinesische App filtert brisante politische Themen

Die beliebte chinesische App "TikTok" hält offensichtlich politisch brisante Themen für deutsche Jugendliche fern. Das berichtet die "Welt am Sonntag" ...

Unitymedia-Übernahme Vodafone rechnet mit sinkenden Preisen

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter rechnet nach der Übernahme des Kabelnetzes von Unitymedia mit sinkenden Preisen. "Für die Kunden wird es ...

Studie US-Tech-Mitarbeiter verlieren Vertrauen in ihre Firmen

US-Tech-Angestellte verlieren das Vertrauen in ihre Firmen. Das ergab eine Untersuchung der Boston Consulting Group zeigt, über die die "Welt am Sonntag" ...

Jugendmedienschutz Medienwächter in NRW gehen gegen Pornoseiten vor

Die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen will gegen in Deutschland populäre ausländische Anbieter von Onlinepornografie vorgehen. Die ...

Europäische Medienplattform Grüne fordern Facebook-Alternative aus Rundfunkgebühren

Grünen-Chef Robert Habeck und der Grünen-Netzpolitiker Malte Spitz haben sich für die Schaffung einer europäischen Medienplattform als Alternative zu ...

Kampf gegen Hass im Netz Richterbund will mehr Mittel

Der Richterbund hat das Vorhaben der Bundesregierung, gegen Hass und Hetze im Netz schneller und härter vorzugehen, begrüßt, fordert dafür aber eine ...

"Fake-News" Burda-Vorstand Welte kritisiert Facebook und Co.

Philipp Welte, beim Offenburger Burda-Verlag fürs nationale Verlagsgeschäft zuständig, hat seine Kritik an sozialen Netzwerken wie Facebook und großen ...

Digitalrat Suder ruft zum Datenteilen auf

Zwei Wochen vor der Digitalklausur der Bundesregierung hat die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, die deutschen Unternehmen dazu ...

Digitale Sprachlernanwendung Management-Umbau bei Berliner Start-up Babbel

Das Berliner Start-up Babbel, die weltweit umsatzstärkste digitale Sprachlernanwendung, steht vor personellen Veränderungen: Markus Witte, der Babbel vor ...