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Gewinneinbruch trotz Rekordumsatz

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14.02.2012

MAN Gewinneinbruch trotz Rekordumsatz

Sondereffekte von Ex-Tochter Ferrostaal und Scania-Beteiligung verhageln die Bilanz.

München – Negative Sondereffekte von 616 Millionen Euro haben MAN die Bilanz verdorben. Obwohl der Umsatz 2011 um 12 Prozent auf den Rekordwert von 16,5 Milliarden Euro stieg, brach der Gewinn um zwei Drittel auf 247 Millionen Euro ein, wie der Nutzfahrzeugkonzern am Dienstag in München mitteilte. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres ergab sich unterm Strich sogar ein Verlust von 778 Millionen Euro.

Eigentlich war es für MAN im vergangenen Jahr gut gelaufen. Operativ hatte der Konzern sein Ergebnis um 43 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro steigern können und der Auftragseingang legte um 14 Prozent auf 17,1 Milliarden zu. Doch die Lösung der Probleme mit der von einem Korruptionsskandal geschüttelten ehemaligen Tochter Ferrostaal kostete die Münchner im vierten Quartal 434 Millionen Euro.

MAN hatte die Mehrheit des Unternehmens vom arabischen Staatsfonds IPIC zurückgekauft und die komplette Ferrostaal danach deutlich billiger an die Hamburger Investorengruppe MPC weitergegeben. Zudem musste der Konzern den Wert seiner Beteiligung an Scania übers Jahr um 182 Millionen Euro korrigieren.

Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen sagte, 2011 sei für MAN “ein sehr erfolgreiches Jahr” gewesen. Für 2012 erwartet die Konzernspitze aber, dass der Konzern die rückläufige Konjunktur zu spüren bekomme. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis würden 2012 wohl leicht zurückgehen sein, hieß es.

Kräftiges Plus bei den Nutzfahrzeugen

Positiv entwickelte sich das Geschäft 2011 vor allem in der Nutzfahrzeugsparte von MAN. Dort legte der Umsatz um 19 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro zu. Insgesamt verkauften die Münchner 155.520 Busse und Lastwagen. Für 2012 erwartet der Konzern hier aber einen Umsatzrückgang um bis zu fünf Prozent. Mittel- und langfristig gebe es aber große Wachstumsmöglichkeiten, hieß es – “gerade auch im Hinblick auf die Kooperationsmöglichkeiten mit der VW Gruppe”.

VW ist sowohl an MAN als auch an Konkurrent Scania beteiligt und plant schon seit längerem eine Kooperation, um die Branchenschwergewichte Daimler und Volvo anzugreifen.

Im kleineren Bereich Power Engineering, der unter anderem Schiffsmotoren, Turbinen und Kompressoren umfasst, sank der Umsatz 2011 um vier Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. 2012 soll es in diesem Bereich dagegen wieder aufwärtsgehen. MAN erwartet hier ein Wachstum von etwa fünf Prozent.

Die Dividende für 2011 soll von 2 auf 2,30 Euro steigen. Analysten hatten aber mit mehr gerechnet. An der Börse wurden die MAN-Zahlen dennoch positiv aufgenommen. Die DAX-Aktie startete mit einem Kursplus von 1,5 Prozent.

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