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Gewinneinbruch bei Rückversicherer

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02.02.2012

Munich Re Gewinneinbruch bei Rückversicherer

Naturkatastrophen mit Rekordschäden und Finanzkrise belasten weltgrößten Rückversicherer.

München – Extrem teure Naturkatastrophen und die Finanzmarktkrise haben dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re 2011 einen massiven Gewinneinbruch beschert. Das Konzernergebnis sackte nach vorläufigen Berechnungen auf 710 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Vor einem Jahr war es mit 2,43 Milliarden Euro noch mehr als dreimal so hoch.

“Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt”, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. Unter diesen Umständen sei der erzielte Gewinn beachtlich. 2011 hatten Naturkatastrophen weltweit so hohe Schäden wie noch nie angerichtet. Die Munich Re kosteten sie 4,5 Milliarden Euro – fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Allein das Erdbeben und der Tsunami in Japan sowie die Erdbeben in Neuseeland belasteten den Konzern mit drei Milliarden Euro.

Neben den Naturkatastrophen bekam der Rückversicherer auch die Finanzmarktkrise zu spüren. Das Kapitalanlageergebnis sank um 22 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Allein für Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen musste die Munich Re 1,2 Milliarden Euro aufwenden. Der Wert des Gesamtbestands an Anleihen der von der Schuldenkrise besonders betroffenen Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien halbierte sich binnen Jahresfrist auf 5,9 Milliarden Euro. Dies geschah der Rückversicherung zufolge hauptsächlich durch Umschichtungen, zu einem kleineren Teil auch durch geschrumpfte Marktwerte.

Die im Direktversicherungsgeschäft tätige Tochterfirma Ergo steuerte vergangenes Jahr 350 Millionen Euro zum Konzerngewinn bei. Ihr Ergebnis blieb damit weitgehend unverändert. Der Ergo-Vorstandsvorsitzende Torsten Oletzky erklärte, man könne mit dem Ergebnis angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten “durchaus zufrieden sein”.

Für 2012 erwartet die Munich Re, wieder an ihr früheres Gewinnniveau anknüpfen zu können. Eine Größenordnung von 2,5 Milliarden Euro sei unter normalen Umständen möglich, sagte Schneider.

Bereits im vierten Quartal 2011 lief es besser. Das Ergebnis von Oktober bis Dezember lag bei 630 Millionen Euro und damit fast ein Drittel über dem Wert aus dem Vorjahreszeitraum. Zudem konnten im Rückversicherungsgeschäft aktuell teils deutlich bessere Preise durchgesetzt werden. Dies sei speziell in den Regionen gelungen, die von Naturkatastrophen betroffen gewesen seien, aber auch in den USA und der Karibik, hieß es.

Die Dividende soll trotz des Gewinneinbruchs mit 6,25 Euro stabil bleiben. Damit würde das Unternehmen 1,1 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten.

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