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Hans-Peter Friedrich

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

02.06.2012

Stehplatz-Verbot Gewaltforscher Zick kritisiert Innenminister Friedrich

„Die Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen.“

Berlin – Als „übereilt“ hat der Bielefelder Gewaltforscher Professor Andreas Zick den Vorschlag zurückgewiesen, Stehplätze in deutschen Fußballstadien aus Sicherheitsgründen abzuschaffen: Dieser Vorschlag war unter anderem von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gemacht worden.

Zick sagte der „Neuen Westfälischen“: „Es gibt keinen klaren Beleg dafür, dass der Umbau von Steh- auf Sitzplätzen tatsächlich zu einer Erhöhung der Sicherheit führt.“ In England, das Stehplätze abgeschafft habe, werde „seit einiger Zeit eine Diskussion über die Wiedereinführung von Stehplätzen geführt“, so Zick, der auch Mitglied des Beirats der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist.

Zudem seien auch Sitzplätze nicht unproblematisch. Sitzschalen könnten angezündet oder als Wurfgeschosse verwendet werden. Mit einem Umbau der Stadien würden zudem „die vielen friedlichen Fans, von denen auch Offizielle häufig reden, um Gewalttäter sprachlich auszugrenzen, ebenfalls bestraft“, gibt Zick zu bedenken.

„Die Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen“, so der Experte vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung. Notwendig sei „ein Maßnahmenpaket, das auf die örtlichen Gegebenheiten mit den Fanprojekten abgestimmt ist“. Die Einführung von Fußfesseln stelle „einen massiven rechtlichen Eingriff“ dar, der auf bestimmte Gewalttäter begrenzt sein müsse.

Es sei fraglich, ob vorhandene Mittel wie Gefährderansprache oder Aufenthaltsverbote nicht ausreichten, um bestimmten Personen den Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren. „Desweiteren muss natürlich die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.“

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