Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Panorama - newsburger.de

Polizei

© über dts Nachrichtenagentur

16.01.2015

Getöteter Asylbewerber Kritik an Dresdner Polizei wird lauter

„Das ist eine unglaubliche Schlamperei.“

Dresden – Nach der Ermittlungspanne um einen in Dresden getöteten Asylbewerber aus Eritrea wird die Kritik an der Polizei lauter. „Das ist eine unglaubliche Schlamperei; sie muss personelle Konsequenzen haben“, sagte der Rechtsanwalt und Vertreter der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess, Mehmet Daimagüler, der „Berliner Zeitung“ (Onlineausgabe).

„Ich stelle mir die Frage, ob es die gleiche Schlamperei gegeben hätte, wenn das Opfer ein Normalbürger gewesen wäre, oder ob man nicht bei einem dunkelhäutigen Asylbewerber mit einer größeren Leichtigkeit davon ausgeht, dass es ein Unfall gewesen sein muss. Aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialistischen Untergrund weiß ich, dass ein migrantisches Opfer im Zweifel erst mal kein Opfer sein darf.“

Er fügte hinzu: „Wenn man in einer Stadt lebt, in der jede Woche 20.000 bis 25.000 Xenophobe auf die Straße gehen, dann muss das dazu führen, besonders wachsam zu sein. Die Aufklärung wird jetzt erheblich erschwert, weil die Spurensicherung nicht mehr ordnungsgemäß möglich ist. Ich bin über diese Art von Arbeit erschüttert.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, erklärte: „Es ist zu klären, warum zunächst gesagt worden ist, dass es sich nicht um ein Gewaltdelikt handelt. Das wirft viele Fragen auf.“

Der eritreische Flüchtling war am Dienstag tot im Innenhof einer Dresdner Wohnsiedlung gefunden worden. Ganz in der Nähe lebte er seit einigen Wochen zusammen mit anderen Asylbewerbern in einer Wohngemeinschaft.

Eine Obduktion hatte am Mittwoch ergeben, dass der 20-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Laut Polizei wurde er durch mehrere Messerstiche in Hals und Brust getötet. An die Tür der Wohngemeinschaft wurden Hakenkreuze geschmiert. Noch am Vortag hatte es geheißen, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung. Tathergang und Hintergründe sind unklar.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt gestellt, berichtet die Zeitung. Die Gewerkschaft der Polizei wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/getoeteter-asylbewerber-kritik-an-dresdner-polizei-wird-lauter-76727.html

Weitere Nachrichten

Polizeiwagen

© über dts Nachrichtenagentur

Bayern 18-jähriger Asylbewerber stirbt nach Fenstersturz

In Roding im ostbayerischen Landkreis Cham ist am Freitagabend ein 18-jähriger somalischer Asylbewerber nach einem Fenstersturz in einer Asylunterkunft ums ...

Panzer der Bundespolizei

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Anti-Terror-Bereitschaftspolizei BFE+ nur „bedingt einsatzbereit“

Die vor knapp zwei Jahren gegründete neue Spezialeinheit BFE+ der Bundespolizei zur Bewältigung von Terrorlagen ist laut Informationen aus ...

Ägyptische Flagge

© über dts Nachrichtenagentur

Ägypten 23 Tote bei Angriff auf Bus mit koptischen Christen

Im Gouvernement Al-Minya in Mittelägypten sind am Freitag mindestens 23 Menschen bei einem bewaffneten Angriff auf einen Bus mit koptischen Christen ums ...

Weitere Schlagzeilen