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Geständnis nach tödlicher Hetzjagd

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20.02.2012

U-Bahn-Schläger Geständnis nach tödlicher Hetzjagd

Prozess gegen mutmaßliche U-Bahnschläger hat begonnen.

Berlin – Rund fünf Monate nach der tödlichen Flucht eines 23-Jährigen stehen seit Montag zwei junge Männer vor Gericht. Einer der beiden Angeklagten, ein 21-Jähriger, hat zum Prozessauftakt eine Mitverantwortung für den Tod des 23-Jährigen eingeräumt. Ihm wird neben Körperverletzung auch Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Im September vergangenen Jahres soll der 21-Jährige mit dem ein Jahr älteren Mitangeklagten auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm das Opfer erst mit Faustschlägen attackiert, dann verfolgt und damit in den Tod gehetzt haben. In Angst und Panik war der 23-Jährige auf die Straße gerannt, dort von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt worden.

Vor dem Landgericht Berlin räumten die beiden Angeklagten über ihre Anwälte die Schläge ein. Darüber hinaus gab der Jüngere sich eine “Mitschuld am Tod des Opfers”. Laut Staatsanwalt hatten die jungen Männer aus Neukölln zunächst in aggressivem Ton von dem 23-Jährigen und dessen Freund Zigaretten verlangt. Es kam zu einem Streit, bei dem der 23-Jährige von dem älteren Angeklagten den ersten Schlag bekam, bevor der Jüngere ebenfalls zuschlug.

Erster Schlag kam ohne Vorwarnung

“Ich habe ihm noch die Zigaretten vor die Füße geworfen. Das hat aber nicht dazu geführt, dass sie von uns abgelassen haben”, sagte der Freund des Opfers. Nach Aussage des 22-jährigen Studenten hatte der jüngere Angeklagte auf sie eingeredet und seinem Freund mit einem “Einzelkampf” gedroht.

Schließlich habe der ältere Angeklagte diesem “ohne Vorwarnung eine runtergehauen”. Die beiden sollen sich noch kurz gewehrt haben und dann geflohen sein. Während der ältere Angeklagte auf dem Bahnsteig zurückblieb, soll der jüngere den beiden hinterhergerannt sein.

Flucht aus Angst vor Verantwortung

Der 21-jährige mutmaßliche Haupttäter räumte vor Gericht ein, dem 23-Jährigen einen Schlag verpasst zu haben und ihm dann nachgerannt zu sein. Seinen Angaben nach hatte er “gerade den Fahrbahnrand erreicht”, als es auf der gegenüberliegenden Straßenseite knallte. Er habe gesehen, wie das Opfer gegen den Ampelmast geschleudert wurde.

“Ich werde das nie vergessen”, hieß es. Aus “Angst vor der Verantwortung” sei er geflohen. Beide Angeklagte stellten sich noch am selben Tag der Polizei. Der 21-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.

Dem 21-Jährigen wäre “ohne seine Einlassung nur schwer zu beweisen”, dass er dem Opfer folgte, sagte der Anwalt. Sein Mandant habe nie jemanden zu Tode hetzen wollen. Das sei letztlich eine “Frage der rechtlichen Würdigung”, stellte der Anwalt klar.

Die Mutter und der Bruder des Opfers nehmen am Verfahren als Nebenkläger teil. Durch das Verfahren werde alles wieder aufgewirbelt, sagte der Bruder. Aber “wir versuchen, stark zu sein und uns nicht von Emotionen mitreißen zu lassen”. Der Prozess wird am 27. Februar fortgesetzt.

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