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Geschäft abseits der Netze

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05.03.2012

Telekom Geschäft abseits der Netze

Neues Cloud-Angebot soll Mittelstand gewinnen.

Hannover – Die Telekom will künftig vor allem mit Angeboten abseits von Telefon und Mobilfunk erfolgreich sein. „Nur vom reinen Netze-Geschäft kann man in Zukunft nicht leben“, sagte Konzernchef René Obermann am Montag kurz vor dem offiziellen Start der Computermesse Cebit in Hannover. „Wir sind auf dem Weg zu einem innovativen Dienstleistungsunternehmen.“

Zwar investierten die Bonner weiterhin in den Ausbau von Glasfaserkabeln und schnellem Datenfunk, der Fokus müsse aber auf Wachstumsthemen liegen, mit denen die Telekom zum „Serviceanbieter für das gesamte vernetzte Leben“ werden wolle, sagte Obermann.

Dabei erhofft sich der Konzern reges Interesse an seinem neuen De-Mail-Dienst. Ab Dienstag könnten zunächst Großkunden ihren Briefverkehr damit rechtsverbindlich und sicher auch über das Internet abwickeln, kündigte Obermann an. Für Privatkunden starte das Angebot im September.

Die Registrierung für den Dienst soll kostenlos sein, eine Grundgebühr für das Postfach fällt nicht an. Zudem können Nutzer drei De-Mails pro Monat kostenlos versenden, jede weitere soll 39 Cent kosten. Damit ist der Dienst deutlich günstiger als der ähnliche E-Postbrief der Deutschen Post, für den mindestens 55 Cent pro Sendung fällig werden. Bei der De-Mail arbeitet die Telekom mit dem niederländischen Post-Rivalen TNT zusammen.

Bisher habe sich bereits eine sechsstellige Zahl von Nutzern für De-Mail registriert, sagte Obermann. Diese könnten aber problemlos auch elektronische Briefe von anderen nach dem De-Mail-Standard zertifizierten Anbietern erhalten. Das sei schon im Gesetz vorgesehen. Die Post hatte angekündigt, auch ihren E-Postbrief entsprechend abnehmen zu lassen. Am Dienstag wollte der Konzern auf der Cebit Details dazu mitteilen.

Ein weiterer Baustein für das Wachstum sollen Cloud-Angebote für den Mittelstand werden. Bisher lagerten nur zwölf Prozent der rund 3,6 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland Daten und Rechenleistungen ins Internet aus oder bezögen Softwaredienste direkt von dort, sagte Obermann. Aber 70 Prozent arbeiteten an solchen Konzepten. Davon wollen die Bonner profitieren.

Unter dem Namen „Business Marketplace“ wolle die Telekom ab Sommer mit speziell auf Mittelständler ausgerichteten Angeboten unter anderem für Software, Sicherheit und Datenspeicherung die neue Kundengruppe erschließen, sagte Obermann.

Heute mache der Konzern mehr als 500 Millionen Euro Umsatz mit Cloud-Diensten, das meiste davon mit Großkonzernen. „Das Potenzial der Mittelstandskunden ist einfach enorm groß“, gab sich Obermann optimistisch. „Die PC-Architektur mit lokalen Anwendungen und Services ist überholt.“

Dabei will der Telekom-Chef die hohen deutschen Standards im Datenschutz sowohl im Geschäft mit Firmen- als auch mit Privatkunden offensiv vermarkten. „Die deutsche Cloud wird aus unserer Sicht zum Wettbewerbsfaktor“, sagte Obermann.

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