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Geringverdiener haben wenig Aufstiegschancen

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22.02.2012

Niedriglohnsektor Geringverdiener haben wenig Aufstiegschancen

In Deutschland arbeiten 22 Prozent für einen Niedriglohn.

Düsseldorf/Köln – Einmal Geringverdiener, immer Geringverdiener: Beschäftigte im Niedriglohnsektor haben laut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung nur wenig Aussicht auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz. „Über die Hälfte der Geringverdiener ist im darauf folgenden Jahr in der gleichen Situation“, sagte der Arbeitsmarktexperte der Stiftung, Alexander Herzog-Stein, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd.

Zuvor hatte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erklärt, dass Geringverdiener nur ein leicht erhöhtes Armutsrisiko hätten. Nur jeder sechste Arbeitnehmer mit einem Stundenlohn von weniger als neun Euro brutto sei 2010 von Armut bedroht gewesen, teilte das arbeitgebernahe IW mit. Zum Vergleich: Das Armutsrisiko für Normalverdiener liege bei 2,4 Prozent.

Generell greift die Gleichsetzung von Niedriglöhnen und Armutsgefährdung jedoch zu kurz, wie Herzog-Stein erklärte. Der Niedriglohn beziehe sich auf den individuellen Verdienst einer Person. Der Armutsgefährdung liege jedoch das Haushaltseinkommen zugrunde, also auch andere Einkünfte wie das Einkommen des Partners.

„Zweifellos sind Niedriglohn-Beschäftigte von Armut bedroht. Millionen Menschen arbeiten, ohne von ihrem Lohn leben zu können“, sagte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer. Zudem müsse man bei der Diskussion um Niedriglöhne stets auch an die Gefahr der Altersarmut denken, da die Betroffenen niedrige Rentenansprüche erwerben. „Theoretisch kann ein Niedriglohn-Job auch eine Chance bieten. Gleichwohl überwiegen die Nachteile“, sagte Bauer.

Der Anteil der Geringverdiener ist nach Angaben des IW von 1997 bis 2010 von 17 auf 22 Prozent gestiegen.

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