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Höchststrafe für  zwei Morde auf Parkplätzen

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01.02.2012

Stuttgart Höchststrafe für zwei Morde auf Parkplätzen

57-Jähriger zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Stuttgart – Wegen zweier Morde auf Parkplätzen ist ein 57 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart stellte am Mittwoch eine besonders schwere Schuld fest, weshalb der Mann nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden darf.

Die Vorsitzende Richterin Ute Baisch sagte, der Täter habe “mit Vernichtungswillen” gehandelt und sich “zum allmächtigen Herrscher über Leben und Tod” aufgeschwungen. Auch in Zukunft seien ähnliche Taten zu erwarten, wenn der Mann nicht weggesperrt werde.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 57-Jährige im Mai 2010 auf einem Parkplatz in der Nähe des baden-württembergischen Magstadt (Landkreis Böblingen) einen 30-Jährigen durch einen Kopfschuss tötete. Knapp zwei Monate später schoss er auf einem Autobahnparkplatz an der A 5 bei Mörfelden-Walldorf in Hessen einem 70-Jährigen mit derselben Sportpistole von hinten in den Kopf.

Zwischen beiden Taten bedrohte der Beschuldigte nach Auffassung des Gerichts in Freudenstadt einen 62-jährigen Belgier in dessen Auto mit einem Messer und forderte ihn auf, von einem gut besuchten Marktplatz wegzufahren. Bei einer Rangelei konnte der Belgier zwar das Messer entwenden, verletzte sich jedoch dabei. Ob der Mann den Belgier ebenfalls umbringen wollte, ist aus Sicht des Gerichts unklar, weswegen ihm gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung zur Last gelegt werden. Der Oberstaatsanwalt hatte auf versuchten Mord plädiert.

Der Verteidiger des Beschuldigten hatte gefordert, auf die Sicherungsverwahrung zu verzichten und die besondere Schwere der Schuld nicht festzustellen. Zudem hatte er in seinem Plädoyer gesagt, bis zum Schluss seien “etliche Fragen offen” geblieben.

Die Vorsitzende Richterin Ute Baisch sprach in der Urteilsverkündung von einer “quasi motivlosen Tat”. Alle drei Opfer kannten den Täter nicht und wurden von ihm überrascht. Sie sagte jedoch auch: “Dass der Angeklagte die Tat begangen hat, steht zweifelsfrei fest.” Die Tatwaffe sei bei der Verhaftung des Beschuldigten im Kofferraum seines Autos gefunden worden. Zudem seien an zwei Tatorten Zigarettenstummel mit DNA-Spuren des Täters sichergestellt worden. In Freudenstadt sei der Mann sogar von Zeugen wieder erkannt worden.

Der Angeklagte selbst hatte sich während des Prozesses nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bei einer Befragung nach der Festnahme hatte er die Taten jedoch abgestritten.

Die Fahnder kamen dem 57-Jährigen auf die Spur, als sich der Belgier nach dem Angriff in Freudenstadt an die Behörden wandte. Bilder eines schwarzen Fahrzeugs mit Esslinger Kennzeichen führten schließlich zum Täter.

Die Opfer seien “willkürlich und zufällig ausgesucht worden”, sagte Richterin Baisch. Sie seien deshalb “völlig arglos” gewesen. Der Täter habe “planvoll und zielstrebig getötet” und “gezielt Orte ausgesucht, wo jeder die Anonymität sucht und auch wahren will”. Die Parkplätze seien als Treffpunkte für homosexuelle Männer bekannt, die unverbindlichen Geschlechtsverkehr suchten. Auch der Täter habe in der Homosexuellen-Szene verkehrt und ein Doppelleben geführt.

Die Anklage war zu Beginn des Verfahrens noch von einem Motiv der Rache ausgegangen, weil sich der Täter mit dem HI-Virus infiziert hatte. Dass die Aids-Krankheit jedoch nicht ausgebrochen sei und der 57-Jährige in seinem Sexualleben kaum beeinträchtigt sei, spreche gegen dieses Motiv, sagte Richterin Baisch.

Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

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