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24.12.2010

Georg Ratzinger Kommerz erdrückt den Zauber der Weihnacht

Berlin – Papst-Bruder Georg Ratzinger hat vor einer weiteren Sinnentleerung der Weihnachtszeit gewarnt und zugleich die Kommerzialisierung der Festtage kritisiert. In einem Gastbeitrag für die „Leipziger Volkszeitung“ forderte er die Deutschen auf, besonders die Zeit des Advent zur Orientierung und zur Überprüfung der eigenen Lebensführung zu nutzen. „Leider berauben sich inzwischen viel zu viele der wichtigen Adventserfahrung als Zeit der Besinnung und Einstimmung auf das nahende Fest. Es ist nicht gut, wenn im Kommerz der Zauber des Advents erstickt“, so Ratzinger. Es stimme ihn traurig, wenn Kinder den Sinn der Weihnacht vergessen, weil es schon Wochen vorher allerorten weihnachtet.

Zugleich sprach sich der Papstbruder klar gegen Einkaufssonntage und längere Ladenöffnungszeiten im Advent aus. „Es ist ganz bestimmt nicht notwendig, dass an den Sonntagen die Geschäfte öffnen: Adventssonntage sind zum Aufladen da und nicht für offene Läden.“ Ratzinger appellierte an die Bundesbürger, dem Adventstress soweit wie möglich zu entsagen. „Es ist positiv, wenn sie sich nicht vom Trubel vereinnahmen lassen sondern selbst den Takt bestimmen wollen. Nur so kann Weihnachten werden!“

Zu einer besinnlichen Festtagsstimung trage in besonderer Weise die reiche Weihnachtsmusik bei. „Musik kann so viel mehr als das Wort: Es erreicht die Seelen. Deshalb suchen auch gerade im Advent und zu den Festtagen so viele Menschen die Kirchen auf, um in der Musik von Bach, Mozart oder Haydn die Botschaft von der Geburt Christi zu verstehen und zu verinnerlichen. Musik erreicht besonders in dieser Zeit Menschen, die leider schon vergessen haben, dass sie Gott vergessen haben“, so Ratzinger, der als Regensburger Domkapellmeister von 1964 bis 1994 die weltberühmten Regensburger Domspatzen leitete.

„Betrübt im Herzen sind viele und Disharmonien begleiten unsere Welt seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte. Aber die Botschaft, die wir jedes Jahr wieder durch die Geburt Jesu empfangen dürfen, macht uns Mut: Nicht das Negative und die Verzagtheit haben das letzte Wort, sondern die Freude und das Angenommensein von Gott. Wir sind nicht Getriebene sondern Ankommende – auch das geht von Weihnachten aus“, so Ratzinger abschließend.

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