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Geisteskranker Totschläger bleibt in Psychiatrie

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04.04.2012

Hamburg Geisteskranker Totschläger bleibt in Psychiatrie

Sicherungsverfahren vor dem Hamburger Landgericht endet mit lebenslanger Einweisung.

Hamburg – Für den brutalen Mord an einer amerikanischen Touristin ist ein 27-jähriger Grieche am Mittwoch vom Hamburger Landgericht in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen worden. „Falls erforderlich, wird er sein restliches Leben in der geschlossenen Einrichtung verbringen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Backen in der Urteilsbegründung am Mittwoch. Der Angeklagte sei wegen seiner schweren psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig gewesen, stellte das Gericht fest.

„Ich hoffe, er wird die Klinik nie wieder in seinem Leben verlassen, er ist ein gefährlicher Mann“, sagte Milissa Keele, die Mutter des Opfers, nach der Urteilsverkündung. Sie war in dem Verfahren als Nebenklägerin aufgetreten.

Die Tat vom 31. August 2011 fiel der Polizei auf, nachdem der 27-jährige Ingenieur versucht hatte, sich mit einem Sprung aus zehn Metern Höhe am Hamburger Flughafen das Leben zu nehmen. Er überlebte mit schweren Verletzungen. Damals hatte er neben den Papieren seines Opfers auch den Schlüssel für ein Hotelzimmer bei sich. In dem Hotel nahe des Hauptbahnhofs im Stadtteil St. Georg wurde die Polizei mit Erschreckendem konfrontiert.

Der Mann hatte sein 23-jähriges Opfer mit etwa 180 Messerstichen umgebracht und dabei ein Schweizer Taschenmesser benutzt. Drei Stiche sollen die Lunge getroffen haben. Die junge Frau verblutete. Es bot sich am Tatort ein Bild „wie in einem schlechten Horrorfilm“, sagte Backen. Unter anderem fanden die Ermittler eine Fingerkuppe des Angeklagten im Haar der Leiche. Er hatte sie sich offenbar selbst abgeschnitten. Auch während der Verhandlung sei der Geisteszustand des Angeklagten instabil und seine Einlassungen wirr und unverständlich gewesen.

Bereits am ersten Prozesstag im Februar hatte die Anwältin des Angeklagten den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit von dem Verfahren auszuschließen. Als Grund gab sie das schwere psychische Leiden des jungen Mannes an. Ihr Mandant leide unter Wahnvorstellungen, die durch die Anwesenheit vieler Menschen verschlimmert werden könnten. Der Richter hatte dem Antrag entsprochen und die Öffentlichkeit von dem Verfahren ausgeschlossen. Erst zur Urteilsverkündung durften wieder Prozessbeobachter in den Saal.

Während der Verhandlung war das Gericht vor allem auf die Aussagen der Mütter des Täters und des Opfers angewiesen. „Beide Mütter sind hier tapfer und dankenswerter Weise als Zeugen aufgetreten“, sagte Backen. Es sei bemerkenswert, dass die Frauen sich auch außerhalb des Gerichtssaals zur Aufarbeitung der Geschehnisse trafen. „Sie haben beide ein Kind verloren“, hieß es in der Urteilsbegründung.

(Aktenzeichen Landgericht Hamburg 621 Ks14/11 3090 Js 31/11)

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