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Jean-Paul Sartre

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03.02.2013

Besuch Sartres bei Baader Geheimprotokoll über Treffen freigegeben

Der Ton des Gesprächs scheint laut Protokoll angespannt gewesen zu sein.

Stuttgart – Das bislang geheim gehaltene Protokoll des Gesprächs zwischen dem französischen Starphilosophen Jean-Paul Sartre und dem deutschen Terroristen Andreas Baader 1974 im Gefängnis Stuttgart-Stammheim ist nun freigegeben worden.

Wie laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ aus dem Protokoll des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg hervorgeht, wollte Sartre den inhaftierten Anführer der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) vom Morden abbringen. Die RAF habe „Aktionen unternommen, mit denen das Volk nicht einverstanden war“, so Sartre. Solche Aktionen seien für Deutschland nicht zu rechtfertigen.

Der Ton des Gesprächs scheint laut Protokoll angespannt gewesen zu sein: Mehrfach habe Baader den Dramatiker mit dem Wort „Fragen?“ angeherrscht, wohl weil der ihm zu wenig Interesse zeigte.

Der Terrorist habe ein maschinengeschriebenes Konzept verlesen, „bei Rückfragen von Sartre verlas er den gleichen Satz wiederum. Als er Satzteile erläutern sollte, hatte er sichtlich Schwierigkeiten“, schrieb der LKA-Beamte, der bei dem Gespräch dabei war.

Für seinen Besuch bei Baader war Sartre heftig kritisiert worden. Nach dem Gespräch hatte der Philosoph in einer Pressekonferenz behauptet, der RAF-Anführer sei Isolationsfolter ausgesetzt – obwohl er dessen Zelle gar nicht gesehen hatte.

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