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Gegenwind für Siemens

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24.01.2012

Unternehmen Gegenwind für Siemens

Gewinneinbruch im ersten Quartal und Kritik auf der Hauptversammlung.

München – Schwächelnde Konjunktur, gekürzte öffentliche Budgets und wieder Abschreibungen: Siemens verspürt auch am Tag seiner Hauptversammlung in München Gegenwind. Für den Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal wird das Unternehmen am Dienstag an der Börse abgestraft. Investoren kritisieren immer wieder auftauchende Abschreibungen. Und schon auf dem Weg zur Hauptversammlung treffen die Aktionäre auf demonstrierende Beschäftigte.

Noch vor der Hauptversammlung hatte Siemens am Morgen das Ergebnis des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2011/12 bekanntgegeben. Mit 1,46 Milliarden Euro liegt der Gewinn zwischen Oktober und Dezember um 17 Prozent unter dem des Vorjahres – unter anderem wegen Belastungen aus verzögerten Projekten. Konzernchef Peter Löscher bestätigt zwar das Jahresziel, nennt es aber auch ambitioniert.

Bei den Aktionären kommt das nicht gut an. An der Börse gehören die Siemenspapiere mit einem Minus von zwischenzeitlich mehr als vier Prozent zu den größten Verlierern. Und auch die Redner auf der Hauptversammlung zeigen sich in vielen Punkten skeptisch. Sie kritisieren unter anderem die permanenten Abschreibungen, so wie Ingo Speich von Union-Investment. Gerade in Joint Ventures laufe es immer wieder schlecht, sagt er.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz moniert eine zu geringe Dividende. Die Steigerung sei zu niedrig ausgefallen und spiegle nicht die gute Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr wider, sagt sie. Siemens halte zu viel Liquidität. “Geld sollten Sie nicht horten. Sie sind nicht Dagobert Duck”, sagt sie in Richtung des Konzernchefs. Insgesamt sei das Unternehmen aber gut aufgestellt.

Vor der Münchner Olympiahalle ist die Stimmung am Vormittag aufgeheizt. Dort demonstrieren Hunderte Beschäftigte von Nokia Siemens Networks und der Tochterfirma Osram gegen Beschäftigungsabbau und fordern, Siemens müsse Verantwortung für die Unternehmen übernehmen.

Auf Transparenten heißt es unter anderem “Liebe Mama Siemens, bitte verstoße deine Tochter NSN nicht” und “Wir gehören zur Familie”. Die Polizei spricht von 300, Gewerkschaftsvertreter von 500 bis 600 Teilnehmern.

Am Joint Venture NSN ist Siemens mit 50 Prozent beteiligt, die Führung liegt bei Nokia. Osram soll noch im Laufe des Jahres an die Börse gebracht werden.

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