Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Panorama - newsburger.de

Gefängnisärzte gaben Timoschenko KO-Tropfen

© AP, dapd

16.01.2012

Ukraine Gefängnisärzte gaben Timoschenko KO-Tropfen

Arzt beklagt mangelhafte Behandlung der Ex-Regierungschefin.

Kiew – Laut Auskunft ihrer Ärzte sollen der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko KO-Tropfen verabreicht worden sein. “Ich habe Informationen wonach, Timoschenko Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) verabreicht worden ist, so etwas wird nur in Gefängnissen der GUS verwendet”, sagte der Neurologie Professor und ehemalige Gesundheitsminister Nikolai Polischtschuk am Montag auf einer Pressekonferenz in Kiew.

Obwohl Timoschenko seit drei Monaten an massiven Rückenproblemen leide, werde sie nicht richtig versorgt. Die vielen Schmerz- und Schlafmittel, die ihr seither verabreicht wurden, haben starke Nebenwirkungen. Der Ohnmachtsanfall in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, dem orthodoxen Weihnachtsfest, ist womöglich Folge dieser verfehlten Behandlung.

“Die Regierung zwingt das Gefängnispersonal zu solchen Manövern, man will herausfinden, wie weit man gehen kann, was Julia Timoschenko aushält”, klagt der Professor. Seiner Meinung nach benötigt die frühere ukrainische Ministerpräsidentin dringend eine Operation, man solle sie in einem Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses behandeln. Weder sie noch ihre Unterstützer hätten noch Vertrauen in die Ärzte, die von der Gefängnisverwaltung oder dem Gesundheitsministerium manipuliert werden. “Dort kann kein Mediziner mehr unabhängig entscheiden”, so Polischtschuk.

GHB ist in Europa unter dem Namen “KO-Tropfen” bekannt. Diese flüssige, synthetisch hergestellte illegale Droge, kann in Kombination mit andern Medikamenten eine tödliche atemlähmende Wirkung haben.

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko war am 11. Oktober zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie soll einen für die Ukraine ungünstigen Gasvertrag mit Russland ausgehandelt haben. Ende Dezember wurde sie in eine Strafkolonie ins ostukrainische Charkiw verlegt. Die EU und die USA hatten den Prozess als politisch motiviert kritisiert und bemängeln die Haftbedingungen in der Ex-Sowjetrepublik.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© AP, dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/gefangnisarzte-sollen-timoschenko-ko-tropfen-gegeben-haben-34417.html

Weitere Nachrichten

Erdbeben

© Nature / gemeinfrei

Italien Leichtes Erdbeben südöstlich der Stadt Perugia

In Italien hat sich am Mittwoch, gegen 19:10 Uhr etwa 40 Kilometer südöstlich der Stadt Perugia, ein leichtes Erdbeben der Stärke 5,4 ereignet. Berichte ...

Michael Mittermeier 2009

© Smalltown Boy / CC BY-SA 3.0

Michael Mittermeier „Mein Umfeld ist heute arschlochfreie Zone“

Comedian Michael Mittermeier (50) erklärt in der aktuellen GALA (Ausgabe 44/16, ab morgen im Handel), warum er seit drei Jahren nicht mehr auf großen ...

Lena Gercke 2011

© Manfred Werner (Tsui) / CC BY-SA 3.0

Lena Gercke „Das Thema Kinder rückt näher“

Top-Model und Moderatorin Lena Gercke will wieder vermehrt in ihrer Heimat arbeiten. "Ich habe mich bewusst entschieden, dass ich mehr Zeit in Deutschland ...

Weitere Schlagzeilen