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Nobelpreisträger bricht sein kurzes Schweigen

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05.04.2012

Grass-Gedicht Nobelpreisträger bricht sein kurzes Schweigen

Literat setzt sich gegen Antisemitismus-Vorwurf zur Wehr – Akademie-Präsident Staeck verteidigt ihn.

Berlin – Nach der massiven Empörung über sein Gedicht zum Atomkonflikt mit dem Iran hat sich Günter Grass zu Wort gemeldet und gegen seine Kritiker ausgeteilt. „Der Tenor durchgehend ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen“, sagte Grass am Donnerstag dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die scharfen Anwürfe gegen seine Person bezeichnete er als Kampagne. „Es werden alte Klischees bemüht. Und es ist zum Teil ja auch verletzend“, sagte Grass.

Der Nobelpreisträger hatte das Gedicht, das den Titel „Was gesagt werden muss“ trägt, am Mittwoch veröffentlicht. Darin warf er der „Atommacht“ Israel vor, mit der Bedrohung des Landes den Weltfrieden zu gefährden. Er äußerte Zweifel, ob das iranische Regime über eine Atombombe verfügt. Zudem kritisierte Grass die deutsche Haltung in der Frage und prangerte mutmaßliche U-Boot-Lieferungen an Israel an. Grass entfachte mit seinem lyrischen Werk eine heftige politische Debatte. Dem Dichter wurde sogar vorgeworfen, ein Antisemit zu sein.

Grass kritisierte in dem NDR-Interview, in Deutschland stehe „eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund“. Er sei auch vorauszusehen gewesen, dass sogleich „mit dem Begriff Antisemitismus gearbeitet“ würde. „In einer der Springer-Zeitungen stand, der ewige Antisemit, das ist eine Umkehrung des ‚ewigen Juden‘. Das ist schon verletzend und ist demokratischer Presse nicht würdig“, sagte Grass.

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