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Der Kandidat stellt sich vor

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27.02.2012

Joachim Gauck Der Kandidat stellt sich vor

Designierter Bundespräsident Gauck im CDU-Bundesvorstand.

Berlin – Ungeachtet der Schwierigkeiten bei der Nominierung geht die CDU-Spitze davon aus, dass der designierte Bundespräsident Joachim Gauck eine erfolgreiche Amtszeit absolvieren wird. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte nach einem Besuch Gaucks im Bundesvorstand der CDU am Montag, es gebe eine „einmütige Unterstützung für Herrn Gauck im CDU-Führungsgremium“. „Wir sind davon überzeugt, dass er ein guter Bundespräsident wird“, betonte Gröhe. Es habe einen „intensiven Meinungsaustausch in sehr guter Atmosphäre“ gegeben.

Gauck stellte sich am Montagvormittag den Fragen im Bundesvorstand der CDU, bevor er der SPD seine Aufwartung machte. Gauck sagte beim Eintreffen im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin, er freue sich „über jede Gruppierung, die in Verantwortung steht, die mit mir reden will“. Dabei könnten „Missverständnisse“ abgebaut werden, und man könne sich klarer gegenseitig erkennen. „Das kann uns allen ja nur nützen.“

Gaucks Besuch bei der CDU war mit Spannung erwartet worden, da die Union Gauck zunächst nicht als Kandidaten mittragen wollte und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erst nach erheblichen Auseinandersetzungen mit der FDP auf den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler einschwenkte. Nun ist der 72-Jährige der Kandidat von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen. Gewählt werden soll er auf der Bundesversammlung am 18. März.

„Die letzten Zweifler überzeugt“

Nach Angaben von Teilnehmern war die Stimmung bei dem Treffen „sehr gut“. Gauck habe auch „den letzten Zweifler in der CDU überzeugt“. Merkel habe ihn dem Vorstand als „unseren Präsidenten“ vorgestellt.

Weiter hieß es, Gauck sei von sich aus auf die schwierige Kür eingegangen und habe „Missverständnisse klar gerückt“ und dargestellt, dass er nicht nachtragend sei. „Es gibt sowohl bei ihm als auch bei Funktions- und Mandatsträgern der Partei den Eindruck, hier kam etwas zusammen, was besser zueinanderpasst, als es viele vor geraumer Zeit vermutet haben“, fasste ein führendes CDU-Mitglied den Antritt Gaucks bei der CDU zusammen. Es sei ein „exzellenter Auftritt“ gewesen, der „viel Applaus“ bekommen habe.

Den Angaben zufolge hat Gauck auch seine Aussagen zu den umstrittenen Integrationsthesen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin „klar gezogen“, ebenso wie seine Kritik an der Occupy-Bewegung. Gauck habe seinen Freiheitsbegriff erläutert und auch vor „übertriebenen Luxusängsten „in der Bevölkerung gewarnt.

Der CDU-Politiker Peter Hintze, bis zuletzt ein vehementer Unterstützer von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, hatte vor dem Auftritt erklärt, Gauck habe bereits bei seinem Antrittsbesuch am Wochenende bei der nordrhein-westfälischen CDU gezeigt, dass er „ein guter, überparteilicher Kandidat“ sei. Der designierte Bundespräsident habe dort „einen sehr überzeugenden Eindruck gemacht“.

Gauck wollte sich am Dienstag auch der Unions-Fraktion vorstellen.

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