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Ursula von der Leyen

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30.04.2015

G36-Affäre Wehrbeauftragter nimmt von der Leyen in Schutz

„Es gibt doch einen langen Vorlauf.“

Berlin – Der scheidende Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegen den Vorwurf verteidigt, sich übereilt vom umstrittenen Sturmgewehr G36 verabschiedet zu haben.

„Das ist nun wirklich Unsinn“, sagte Königshaus im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Es gibt doch einen langen Vorlauf. Ich habe die ersten Berichte, dass da etwas nicht stimmt, 2011 bekommen.“

Zugleich nahm er, ohne dessen Namen zu nennen, den ehemaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière (ebenfalls CDU) in die Verantwortung. Im März 2012, so Königshaus, habe er de Maizière in einem Vier-Augen-Gespräch über seine Erkenntnisse unterrichtet.

„Und von Anfang an wurde, jedenfalls von nichttechnischen Fachleuten, bestritten, dass es überhaupt ein Problem gebe“, sagte Königshaus. „Einen Erkenntnisstand, wie er jetzt öffentlich ist, hatte ich jedenfalls vor mehr als drei Jahren schon. Und jeder, der wollte, hätte ihn auch haben können.“

Der Wehrbeauftragte, der in knapp drei Wochen sein Amt an den Sozialdemokraten Hans-Peter Bartels übergibt, wies auch die derzeit verbreitete Darstellung zurück, die Truppe sei hochzufrieden mit dem G36.

„Das stimmt ja so auch nicht“, sagte er. „Die ersten Hinweise, dass da etwas nicht stimmen könnte, habe ich von einem Soldaten bekommen, der mir Streukreise aufgemalt hat: Erst von einem G36, dann von einem heißgeschossenen G36 und dann von einer Vergleichswaffe. Da waren erhebliche Unterschiede erkennbar. Das waren schon ziemlich genau die Bilder, die jetzt noch einmal wissenschaftlich aufgezeichnet wurden.“

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