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15.01.2011

Futtermittelskandal Teile des Dioxins stammen aus Tonerde

Hamburg – Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert die Vernachlässigung der Beschäftigten der Futtermittelindustrie sowie der Tierhaltungswirtschaft im aktuellen Dioxinskandal. Ein Teil der insgesamt rund 45.000 Arbeitnehmer der beiden Branchen würde „es auszubaden haben“, sagte Gewerkschaftsvorsitzender Josef Möllenberg dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Möllenberg rechnet mit Arbeitsplatzabbau und gesundheitlichen Schäden durch das Hantieren mit dioxinverseuchten Futterkomponenten.

Bei der Suche nach der Herkunft der Dioxinbelastung ergibt sich nach „Focus“-Recherchen ein neuer Aspekt. Dem Stuttgarter Professor Hans Schenkel zufolge erinnert das Dioxin-Muster aus Fett-Analysen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein an Kaolin. Schenkel leitet eine Arbeitsgruppe zum Eintrag unerwünschter Stoffe in Futtermittel, die dem Bundesverbraucherschutzministerium zuarbeitet.

Kaolin, ein weißes, auch in der Papier- und der Porzellanherstellung verwendetes und häufig dioxinhaltiges Gestein, war bereits 2004 in einem anderen Giftskandal aufgefallen. Damals hatte ein niederländischer Pommes-Frites-Erzeuger gute von schlechten Kartoffeln mit Hilfe von Kaolin aus Deutschland getrennt und den dioxinhaltigen Rest als Tierfutter unter anderem nach Deutschland geliefert.

Bei den Ermittlungen zum Weg des Dioxins sind nach „Focus“-Informationen neue Begleitpapiere aufgetaucht. Sie weisen darauf hin, dass die Lieferung technischer Mischfettsäuren an den schleswig-holsteinischen Futterfetthersteller von Rotterdam ausging. Dort soll eine bislang als unschuldig bezeichnete Firma sitzen, von der die Begleitpapiere stammen.

„Focus“ zufolge gibt es zudem einem bislang unbekannten Warentransport in sechs Teilen, der vom Futterfetthersteller in Uetersen ausging. Unter dem Kürzel „HJ 2 SR/P“ lieferte der Futterfettproduzent Chargen aus, die keine technischen Fette enthielten, aber auch überhöhte Dioxinwerte aufwiesen.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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