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03.04.2010

Fußball-Skandal: Inter-Präsident Massimo Moratti schwer belastet

Rom – Inter Mailands Präsident ist im italienischen Fußball-Manipulations-Skandal schwer belastet worden. Bei dem laufenden Prozess gegen 37 Manager und Schiedsrichter, denen die Hauptschuld an der Manipulationsaffäre im Sommer 2006 angelastet wird, legten die Rechtsanwälte von Juventus Turins Ex-Sportdirektor Luciano Moggi belastende Telefongespräche vor.

Bei den Mitschnitten aus 2005 zwischen Moratti und dem früheren Schiedsrichterkoordinator Paolo Bergamo verspricht Bergamo dem Inter-Chef für ein entscheidendes Meisterschaftsspiel den Einsatz eines „guten Schiedsrichters“, der sich wohlwollend verhalten werde. Mit den Aufzeichnungen will Moggis Verteidigung beweisen, dass Kontakte zwischen Klubpräsidenten und Schiedsrichterkoordinatoren im italienischen Fußball normal waren. „Entweder sind alle unschuldig, oder alle schuldig. Meiner Ansicht nach sind alle schuldig“, erklärte Moggi nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Samstag.

Den 37 Angeklagten wird Sportbetrug vorgeworfen. 17 von ihnen wird auch der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel vorgeworfen, Einfluss auf das italienische Fußball-System zu nehmen. Mit dem Zivilprozess findet der größte Manipulationsskandal im italienischen Fußball seinen Abschluss. Vor dem Sportgericht des Fußballverbands waren Moggi und seine Komplizen bereits im Sommer 2006 zu langen Berufsverboten und Geldstrafen verurteilt worden.

Der 71-jährige Moggi wird beschuldigt, mit Hilfe korrupter Schiedsrichter mehrere Spiele der Meisterschaft 2004/05 und 2005/06 zugunsten seines Turiner Vereins manipuliert zu haben. Wegen Moggis Verwicklung im Manipulationsskandal hatte der italienische Fußballverband Juventus Turin die Meistertitel 2005 und 2006 aberkannt. Moggi war im Januar 2009 von einem Gericht in Rom zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, sein Sohn Alessandro zu 14 Monaten Haft. Moggi senior hatte zudem eine fünfjährige Berufssperre erhalten.

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