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Australian Open: Fußballatmosphäre hilft Kerber und Lisicki

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19.01.2012

Vierter Tag Australian Open: Fußballatmosphäre hilft Kerber und Lisicki

Vier deutsche Frauen in der dritten Runde der Australian Open – Ariane Hingst als Stimmungsmacherin.

Melbourne – Erst feuerte Fußball-Weltmeisterin Ariane Hingst die deutschen Tennisspielerinnen lautstark an, dann sangen siegestrunkene Fans “Oh, wie ist das schön”. Aus dem Fußballstadion bekannte Stimmungen trugen Angelique Kerber aus Kiel und Sabine Lisicki aus Berlin am Donnerstag zum Einzug in die dritte Runde der Australian Open. Tags zuvor hatten schon Julia Görges aus Bad Oldesloe und Mona Barthel aus Bad Segeberg die Runde der besten 32 erreicht.

Philipp Petzschner aus Bayreuth scheiterte dagegen beim Versuch, es Philipp Kohlschreiber aus Augsburg gleichzutun. Damit stehen vier der in Melbourne angetretenen fünf Frauen aus Deutschland und einer von zehn Männern in der dritten Runde. 2011 waren beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres nur Görges und die jetzt verletzte Darmstädterin Andrea Petkovic über die zweite Runde hinausgekommen.

Sabine Lisicki äußerte sich nach dem 6:1, 6:2 in nur 53 Minuten gegen die nicht gerade zur Laufkundschaft zählenden Israelin Shahar Peer sowohl erfreut über ihre Leistung, als auch über eine neue Erfahrung. “Bei so einer extremen Atmosphäre habe ich noch nie gespielt, das war super”, sagte die 15. der Weltrangliste. Lisicki dankte auch Ariane Hingst, die nach dem Aus ihres Klubs Newcastle United die freie Zeit zu einem Besuch in Melbourne nutzte: “Sie hat mich toll unterstützt.”

Hilfe von außen hatte es zwei Tage nach dem mühseligen Erstrundenauftritt freilich gar nicht bedurft. “Ich habe heute taktisch sehr gut und solide gespielt”, sagte die 22-Jährige nach dem Kurzprogramm, für das sonst nur Spielerinnen wie Serena Williams oder Kim Clijsters bekannt sind. “Im ersten Spiel war ich zu verkrampft, heute hatte ich viel Selbstvertrauen. Ich weiß, was ich kann, und möchte es Schritt für Schritt weiter umsetzen”, sagte sie. Die Russin Swetlana Kusnetsowa ist die nächste Gegnerin.

Mit einer Russin bekommt es auch Angelique Kerber zu tun, aber die Aufgabe für die US-Open-Halbfinalistin wird ungleich schwerer: Sie trifft auf die Mitfavoritin und an Nummer vier gesetzte Maria Scharapowa, die nach Gisela Dulko (Argentinien) auch Jamie Hampton (USA) mit 6:0, 6:1 abfertigte. “Ich habe nichts zu verlieren und werde mit Selbstbewusstsein rausgehen. Ich weiß, dass ich sie schlagen kann”, sagte Kerber einen Tag nach ihrem 24. Geburtstag und dem erfüllten Soll. Wie es geht, hat im vergangenen Jahr Andrea Petkovic vorgemacht.

Eine Leistungssteigerung gegenüber der anfangs doch fahrigen Vorstellung vom Donnerstag beim 7:5, 6:1 gegen die Kanadierin Stephanie Dubois könnte aber nicht schaden. Der Linkshänderin, der Ariane Hingst immer wieder aufmunternde Worte zurief, unterliefen zunächst viele Fehler. Es ging hin und her, doch dann glückte ihr beim Stand von 5:5 in einem 20 Minuten lang hart umkämpften Spiel das den Satz entscheidende Break. “Das war der Knackpunkt”, sagte Kerber, die mit zahlreichen Stopps der Gegnerin schließlich den Nerv raubte: “Meine Stopps haben mir heute das Leben gerettet.”

Zwei vergebene Volleys haben dagegen Philipp Petzschner im Härtetest gegen den kanadischen Haudrauf Milos Raonic den Rest gegeben. Es stand 5:5 im vierten Satz bei Aufschlag des Deutschen, als er wie ein Anfänger den Flugball ins Netz setzte. “So einen schlechten Volley spielt man einmal bei 1000 Versuchen. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir sowas jemals passiert ist”, ärgerte sich der Bayreuther.

Wieder einmal hatte das schlampige Tennisgenie seine Chancen nicht genutzt. Nach dem unansehnlichen Schlagabtausch sprach er dennoch von einem “sehr guten Spiel”, das er gemacht habe. Nach der unnötigen 4:6, 7:5, 2:6, 5:7-Niederlage kann sich der zweimalige Grand-Slam-Sieger im Doppel jetzt ganz auf seinen Einsatz an der Seite seines Kumpels Jürgen Melzer konzentrieren. Die deutsch-österreichische Freundschaft gewann in der ersten Runde gegen das Duo Almagro/Riba 6:4, 6:4.

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