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Fußball-Prominenz feiert Hoeness mit sanftem Spott

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14.01.2012

Hoeneß Fußball-Prominenz feiert Hoeness mit sanftem Spott

Rummenigge: “Vater Theresa vom Tegernsee und Nelson Mandela von der Säbener Straße”.

München – Seine Versöhnung mit Louis van Gaal fiel genauso aus wie die von Joachim Löw mit Michael Ballack – nicht alle Träume gingen bei der grandiosen Feier zum 60. Geburtstag von Uli Hoeneß in Erfüllung. Aber fast alle. Der im schwäbischen Ulm geborene Bayern-Präsident wurde von Ministerpräsident Horst Seehofer symbolisch in Bayern eingebürgert. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verschenkte ein Spiel seiner Bayern gegen einen internationalen Topklub – die Millioneneinnahmen daraus kann Hoeneß für soziale Zwecke verwenden.

Und Franz Beckenbauer versprach ihm die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches. “Wir sind gerade dabei, die Champions League zu gewinnen”, verkündete der “Kaiser”: “Es gibt da zwar noch Barcelona und Real Madrid – aber die kann man ja auch schlagen.” Das Endspiel findet schließlich am 19. Mai in der heimischen Arena statt, dem großen Vermächtnis von Uli Hoeneß an seinen Verein.

Wohl deshalb war der Postpalast von München extra für die Party in ein Geburtstagsstadion umgestaltet worden. Mit Star-Moderator Thomas Gottschalk und 475 Gästen, deren Namen sich wie das “Who is Who” des deutschen Fußballs las. Der momentan von einem Insolvenzverwalter gejagte Franke Lothar Matthäus genoss genauso das exquisite Menü mit einem “Duett vom hochfränkischen Rind” wie Günter Netzer.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) war mit dem kommenden Präsidenten Wolfgang Niersbach und Manager Oliver Bierhoff erschienen. Bundestrainer Joachim Löw hatte wegen seines Urlaubs abgesagt, deshalb gab es in der festlichen Atmosphäre auch kein klärendes Gespräch mit Michael Ballack. Der vergnügte sich stattdessen mit ehemaligen Bayern-Teamkollegen wie Oliver Kahn, Stefan Effenberg und Thorsten Fink.

Die Liste der ehemaligen Bayern-Trainer führten Udo Lattek und Otto Rehhagel an. Der war ja einst nicht gerade in Freundschaft geschieden. Auch mit dem in der vergangenen Saison gefeuerten “Feierbiest” van Gaal wollte Hoeneß eigentlich ein Glas Rioja trinken und “war sehr unglücklich, dass er nicht gekommen ist”.

Das verriet Rummenigge in einer launigen Rede über den “Vater Theresa vom Tegernsee und den Nelson Mandela von der Säbener Straße”. Genau wie einige amüsante Anekdoten über den Mann, der den FC Bayern als Spieler, Manager und Präsident zu unglaublichen 38 Titeln geführt hat.

Über die “378 Mittelchen gegen Haarausfall”, die Hoeneß als Spieler versucht hatte, wurde genauso gelacht wie über die Erzählung über verliebte Blicke, die der Sänger Iwan Rebrow einst dem hübschen Blondschopf zuwarf. Mehmet Scholl machte sich über Hoeneß’ mangelndes Schafkopftalent lustig und Rummenigge darüber, dass sein Kumpel in Paraguay beim Sprint Richtung Flughafen einen Muskelfaserriss erlitt und mit der Gepäckkarre zum Flugzeug gebracht werden musste.

Den sanften Spott nahm Uli Hoeneß im Kreise seiner geliebten Familie gelassen, und war am Ende zu Tränen gerührt. Als Rummenigge sagte: “Du bist die Seele des Vereins. Der FC Bayern und du sind alles – nur nicht seelenlos und langweilig.” Das bestätigte Uli Hoeneß dann auf dem eigens aus seinem Büro herbeigeschafften 20 Jahre alten Sofa.

Er habe nie vergessen, dass er einst aus einer kleinen Metzgerfamilie gekommen sei. “Wer so mächtig ist, muss seine Macht ausnutzen, um andere zu unterstützen”, sagte er und fügte hinzu: “Mein oberstes Prinzip ist nicht: Nach oben buckeln und nach unten treten. Sondern umgekehrt.”

Ans Ende seiner Lebensaufgabe FC Bayern denkt er noch lange nicht, will aber in den nächsten fünf Jahren die Nachfolge an der Führungsspitze regeln. “Der FC Bayern ist für mich: mes que un club. Viel mehr als ein Klub.” Die Feier mit der Musik seiner geliebten Beatles sei einer der Höhepunkte gewesen, die er je erlebt habe. Bei der natürlich der “Kaiser” unter dröhnendem Gelächter das passende Schlusswort sprach: “Uli, der FC Bayern braucht dich. Bleib gesund. Das ist Wichtigste. Aber nur fast. Die auf der Titanic waren alle gesund, aber sie hatten kein Glück.”

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