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Fünf Jahre Haft für Sprengstoffattacke im Stadion

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23.03.2012

Osnabrück Fünf Jahre Haft für Sprengstoffattacke im Stadion

DFB und GdP begrüßen Urteil.

Osnabrück – Wegen einer Sprengstoffattacke im Osnabrücker Fußballstadion ist ein 24-Jähriger am Freitag zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Tat sei von „langer Hand geplant“ und ein „Racheakt“ gewesen, begründete der Vorsitzende Richter am Landgericht Osnabrück am Freitag die Entscheidung. Das Gericht ging mit dem Urteil über das geforderte Maß des Staatsanwalts hinaus, der vier Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung plädierte für drei Jahre im offenen Vollzug. Der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßten das Urteil.

Der 24-jährige Juri C. aus Münster hatte gestanden, beim Drittligaspiel des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster am 10. September 2011 einen Knallkörper geworfen zu haben. Durch die Explosion waren 33 Menschen zum Teil schwer verletzt worden, darunter fünf Kinder.

Durch die Tat habe sich der 24-Jährige Anerkennung verschaffen wollen, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Durch die Aussagen verschiedener Polizisten und die Auswertung von Chat-Protokollen und SMS sei deutlich geworden, dass die Münsteraner Ultras die Tat geplant hätten. In den Textnachrichten sei von „Krieg“ und „Osna töten“ die Rede gewesen.

Sprengkörper in der Unterhose

Den Sprengkörper hatte der 24-jährige Italiener in seiner Unterhose ins Stadion geschmuggelt. Der Richter schilderte, dass der Angeklagte schon in seiner Heimatstadt Neapel strafrechtlich in Erscheinung getreten sei. Eine verhängte Haftstrafe habe er jedoch nicht antreten müssen. Von der Familie sei er aus Italien zu einem Onkel nach Münster geschickt worden, um dort in dessen Weinhandel zu arbeiten. Das habe jedoch nicht geklappt. Bei den Ultras habe er hingegen einen Familienersatz gefunden.

Strafmildernd sei das Geständnis des 24-Jährigen gewesen, sagte der Richter. Ansonsten habe er wenig Anlass gefunden, ein mildes Urteil zu sprechen. Dass der Fan zur Tatzeit unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand, habe sich nicht auf das Strafmaß ausgewirkt. „Er hat sich Mut angetrunken, um so die Hemmungen vor der Tat zu beseitigen“, sagte der Richter. Juri C. habe sich vor Gericht auch nicht eindeutig von der Tat und der Ultra-Gruppe distanziert.

Neben der Haftstrafe wurde der Mann zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro an die Opfer verurteilt, die als Nebenkläger auftraten. Des Weiteren stehen ihm Schadensersatzforderungen in Höhe von 200.000 Euro bevor, wie ein Polizeisprecher am Rande des Prozesses sagte.

Der DFB wertete das Urteil als „ein deutliches Signal“. Die mehrjährige Haftstrafe unterstreiche, „dass das Stadion kein rechtsfreier Raum ist, und Straftaten auch als solche geahndet werden müssen“, sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Unter den Verletzten waren 17 Polizisten, weshalb auch die Gewerkschaft der Polizei das Urteil begrüßte. „Gewalt rund um den Fußball im Allgemeinen, aber ganz besonders in diesem dramatischen Ausmaß, kann nicht toleriert werden“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff.

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