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Mann des Tages: Mohamed Zidan

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05.02.2012

FSV Mainz 05 Mann des Tages: Mohamed Zidan

“Es bedeutet mir sehr viel, nach meiner Rückkehr gleich ein Tor geschossen zu haben.”.

Gelsenkirchen – Er streckte seine Arme gen Himmel, schloss die Augen und genoss nach einem kurzen emotionalen Ausbruch den Augenblick dann doch ganz in sich gekehrt: Mohamed Zidan gelang mit seinem Treffer gegen Schalke 04 am Samstag ein Traumeinstand nach seiner Rückkehr zum FSV Mainz 05.

Die Fans feierten den Ägypter ausgelassen, seine Teamkollegen begruben ihn unter einer Menschentraube – doch Zidan war zu diesem Zeitpunkt in Gedanken bereits wieder bei den Opfern der Stadionkatastrophe in seiner Heimatstadt Port Said. “Ich habe das Tor für sie geschossen”, sagte Zidan.

Aber auch für sein Team, das nach dem 1:1 in der Schalker Arena zufrieden aus Gelsenkirchen abreiste. “Sehr, sehr glücklich”, sei er, sagte Zidan. “Ich kann noch gar nicht beschreiben, wie das ist. Es bedeutet mir sehr viel, nach meiner Rückkehr gleich ein Tor geschossen zu haben. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich gegen Schalke treffe.”

Netter Nebeneffekt: Nur wenige Tage nach seinem Abgang von Borussia Dortmund hat der Ägypter seinen Ex-Arbeitgeber an die Tabellenspitze geschossen – sein Treffer mit Ansage und der Patzer des FC Bayern in Hamburg machten es möglich: “Ich habe noch am Freitag mit ein paar Ex-Kollegen gesprochen, und alle haben mir gesagt: ‘Mo, jetzt musst du uns was zurückzahlen. Jetzt musst du gegen Schalke treffen.’ Und ich habe versprochen, dass ich alles dafür tun werde.”

In Dortmund durfte der 30-Jährige seine Qualitäten nicht so häufig zeigen. Jetzt aber “habe ich wieder eine große Möglichkeit, eine gute Rolle in einer Mannschaft zu spielen. Ich freue mich auf viele Einsätze.” Auch in der Führungsetage hofft man auf weitere Geniestreiche des Fan-Lieblings. “Wenn Mohamed hereinkommt und gleich ein Tor schießt, gibt das der Mannschaft natürlich einen Schub”, sagte 05-Präsident Harald Strutz.

Dabei war stand Zidans Mitwirken gegen Schalke auf der Kippe. Magen-Darm-Probleme plagten den Angreifer, “der Arzt war bei mir, ich bekam Medikamente. Ich hatte eine furchtbare Nacht”, sagte Zidan. “Aber ich wollte auf jeden Fall spielen und ich bin auch stolz, dass es geklappt hat.”

Nicht geklappt hat das Vorhaben Zidans, aus Mitgefühl mit den Opfern der Katastrophe in Port Said das Spiel mit einem Trauerflor am Arm zu bestreiten. “Ich wollte einen tragen, aber mir wurde gesagt, dass das zeitlich zu eng war, da beide Mannschaften dem vorher zustimmen müssen”, sagte Zidan. Möglicherweise darf der Mainzer Stürmer aber bereits am kommenden Wochenende in Heimspiel gegen Hannover 96 die kleine schwarze Schleife tragen.

Denn verarbeitet hat Zidan die Katastrophe in seiner Heimatstadt noch lange nicht. “Ich war die ganze Zeit in Gedanken bei den Opfern”, sagte der kleine Stürmer, der sich große Sorgen um seine Heimat und seine Familie macht. “Ich habe sie gebeten, in den nächsten Tagen nicht das Haus zu verlassen, bis sich die Situation wieder ein bisschen beruhigt hat”, sagte Zidan.

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