Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Rainer Brüderle

© über dts Nachrichtenagentur

13.01.2013

FDP Früherer Vize warnt vor Brüderle als Parteichef

Brüderle sei nicht „der große Heilsbringer“.

Berlin – Der frühere stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Walter Döring hat seine Partei eindringlich davor gewarnt, Philipp Rösler an der Parteispitze durch den bisherigen Fraktionschef Rainer Brüderle zu ersetzen. Brüderle sei nicht „der große Heilsbringer“, sagte Döring der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe).

„Zwei Tage nach der Inthronisation wird er von denselben Leuten genauso zersägt wie Rösler und ist wieder der Weinköniginnenknutscher oder der Nuschler.“ Brüderle sei zwar „erfahren und mit allen Wassern gewaschen“, so Döring. „Aber eben Jahrgang `45. Und als Übergangskandidat wäre er mir zu schade.“

Einen Wechsel des nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Christian Lindner nach Berlin hält Döring ebenfalls nicht für möglich. Dies wäre „ein Verrat allererster Güteklasse“. Der frühere Parteivize betonte: „Wir können uns den Idealvorsitzenden doch nicht backen. Da kann ich noch so angestrengt quer durch die Länder schauen: Das Personal ist ein Problem.“ Bei der Landtagswahl in Niedersachsen hält Döring „sogar sechs Prozent“ für möglich.

Er mahnte zur Fairness gegenüber Rösler und richtete an seine Parteifreunde die Frage: „Wie geht Ihr dann mit dem armen Philipp Rösler um? War dann wieder jeder für den Erfolg verantwortlich, nur der Bundesvorsitzende nicht?“ Natürlich seien Christian Lindner und Wolfgang Kubicki entscheidend beteiligt gewesen am Erfolg von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. „Aber bei beiden Wahlen hieß der Bundesvorsitzende Philipp Rösler.“

Forderungen nach einem Vorziehen des Bundesparteitags nannte Döring „Geschwätz“. Dies sei von der Satzung her nicht so einfach möglich. „Wir wären außerdem finanziell fast ruiniert, wenn wir einen fest geplanten Parteitag in Nürnberg mal eben stornieren und mit Riesenaufwand einen neuen ansetzen müssten“, sagte Döring, der heute Wirtschaftsberater ist.

Der langjährige Landesvorsitzende und Angehörige des FDP-Bundesvorstands war 18 Jahre lang Abgeordneter in Baden-Württemberg. 1996 wurde er im schwarz-gelben Kabinett unter Erwin Teufel (CDU) Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. 2004 legte er alle Ämter nieder. Ihm waren widersprüchliche Äußerungen über die ungeklärte Finanzierung einer Umfrage zur Politik seines Ministeriums vorgehalten worden.

Im November 2012 versuchte er sein politisches Comeback und bewarb sich gegen die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger um die baden-württembergische Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. Als sich daraufhin Entwicklungsminister Dirk Niebel ebenfalls zur Verfügung stellte, zog Döring seine Bewerbung zurück.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/frueherer-vize-warnt-vor-bruederle-als-parteichef-58986.html

Weitere Nachrichten

SPD

© gemeinfrei

SPD Seeheimer Kreis stützt Agenda-Kurs von Kanzlerkandidat Schulz

Der konservative SPD-Flügel "Seeheimer Kreis" stützt die von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geplanten Korrekturen an der Agenda 2010. "Das sind ...

Cem Özdemir Grüne 2013

© gruene.de / Sedat Mehder / CC BY 3.0

Grüne Özdemir fordert „klare Kante“ gegen Erdogan-Anhänger

Angesichts der jüngsten Großkundgebung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Oberhausen hat Grünen-Chef Cem Özdemir die SPD und die Union ...

Flüchtlinge

© ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Bericht NRW beteiligt sich nicht an Afghanistan-Abschiebung

NRW wird sich an der dritten Sammelabschiebung nach Afghanistan nicht beteiligen. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" ...

Weitere Schlagzeilen