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Frist für Beteiligung an Umschuldung abgelaufen

© AP, dapd

08.03.2012

Griechenland Frist für Beteiligung an Umschuldung abgelaufen

Ziel: 90 Prozent der privaten Gläubiger – Offizielle Zahlen für Freitagmorgen erwartet.

Athen – Nach dem Ablauf der Frist für die Beteiligung privater Gläubiger an der Umschuldung Griechenlands haben Athener Regierungskreise und Weltmärkte Zuversicht über eine hohe Teilnehmerzahl erkennen lassen. Griechenland hatte seinen Gläubigern bis 21.00 Uhr (MEZ) am Donnerstag Zeit gegeben, zu erklären, ob sie am freiwilligen Schuldenerlass teilnehmen, mit dem der griechische Schuldenberg um 107 Milliarden Euro reduziert werden soll. Offizielle Angaben zur Beteiligung an dem Anleihentausch wurden für Freitagmorgen erwartet. Eine Verlängerung der Frist war nach Angaben eines Regierungsbeamten nicht geplant.

Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, rechnete mit einer „sehr, sehr hohen“ Beteiligung. Er äußerte sich „ziemlich optimistisch“, dass der Schuldenerlass zustande kommen wird. Auch die Märkte zeigten sich zuversichtlich. Die Athener Börse schloss am Donnerstag mit 3,1 Prozent im Plus. Der Euro notierte 0,8 Prozent höher bei 1,3240 Dollar.

Wie am Donnerstag aus griechischen Regierungskreisen verlautete, lag die Beteiligung am Schuldenschnitt bis Mittwochabend bereits bei über 75 Prozent. Für einen erfolgreichen Schuldenschnitt müssen nach Angaben der Regierung in Athen 90 Prozent mitmachen. Liegt die Beteiligung – wie von der Branche erwartet – zwischen zwei Dritteln und 90 Prozent, dann will die griechische Regierung den Schuldenerlass erzwingen. Dann wird sie Ausfallklauseln (Collective Action Clauses) anwenden. Mindestens die Hälfte der Investoren müssten abstimmen und sich mit Zweidrittelmehrheit dafür aussprechen.

Für die Auszahlung an Gläubiger, die sich nicht am Schnitt beteiligen, sei kein Geld da, begründete der Chef der Schuldenagentur, Petros Christodoulou, den drastischen Schritt. Das ist auch eine unverhohlene Warnung an die Investoren, deren Anleihen nicht nach griechischem Recht laufen, und die nicht so leicht zum Verzicht gezwungen werden können.

„Offensichtlich ist es für die Mehrzahl der Gläubiger sinnvoll, das Angebot anzunehmen, weil es besser ist, etwas zu bekommen, als gar nichts. Und wenn der Tausch scheitert und Griechenland in eine ungeordnete Insolvenz rutscht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Gläubiger nichts bekommen“, sagte der geschäftsführende Direktor der Unternehmensberatung Swordfish Research, Gary Jenkins.

Bereits bis Donnerstag hatten Banken, Rentenfonds und andere Investoren, die weit über die Hälfte der 206 Milliarden Euro in privater Hand befindlichen griechischen Schulden in ihren Büchern haben, ihre Teilnahme am Schuldenschnitt zugesagt. Nur von privaten Investoren gehaltene Anleihen sind von der Tauschaktion betroffen. Die griechischen Schuldverschreibungen, die bei der Europäischen Zentralbank und anderen Notenbanken liegen, sind außen vor.

Mit dem Anleihentausch soll der griechische Schuldenberg um 107 Milliarden Euro reduziert werden. Die Gläubiger tauschen dazu ihre derzeitig gehaltenen Schuldenpapiere in neue Anleihen mit einem Nominalabschlag von 53,5 Prozent, geringeren Zinsen und einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren ein. Der Schuldenschnitt ist wichtiger Bestandteil des zweiten internationalen Rettungspakets für Griechenland. Sollte die Schuldenerleichterung scheitern, droht dem Land in zwei Wochen die Staatspleite.

Das Bundesfinanzministerium und der Bundesverband deutscher Banken kommentierten den Zwischenstand aus Griechenland zunächst nicht. Man wolle das Ende der Frist abwarten, teilten sie am Donnerstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd mit.

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