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08.03.2011

Friedensforscher sehen Flugverbotszone über Libyen kritisch

Berlin/Tripolis – Friedensforscher zweifeln am Sinn einer Flugverbotszone über Libyen. Mehrere Experten sagten der „Frankfurter Rundschau“, dass eine Flugverbotszone strategisch nicht entscheidend wäre und zugleich enorme rechtliche Probleme mit sich führe. „So ein Flugverbot würde den Aufständischen sicher nützen, aber über den Ausgang des Krieges entscheidet es nicht“, sagte Michael Brzoska, der das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg leitet, der Zeitung. Vor der Etablierung einer Flugverbotszone müsse zudem die libysche Luftabwehr zerstört werden, was einen erheblichen militärischen Aufwand bedeute, so Brzoska weiter. Der Forscher betonte: „Die Erfahrung zeigt, dass ein solcher Bürgerkrieg nicht aus der Luft, sondern am Boden entschieden wird.“ Laut Peter Wezemann, Seniorforscher des international renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstitutes Sipri, sei es zudem „höchst fraglich“, ob Länder wie Russland oder China ein Flugverbot unterstützen würden.

Überlegungen prominenter US-Politiker, die libyschen Rebellen mit Waffen zu versorgen, erteilte Wezemann eine Absage. Das UN-Waffenembargo gegen Libyen gelte für das ganze Land, weshalb die Versorgung der Aufständischen mit Waffen ein „krasser Bruch des Völkerrechts“ wäre, so Wezemann. Die Wissenschaftler forderten stattdessen, Wirtschaftssanktionen gegen das Gaddafi-Regime zu verstärken und international einen stärkeren diplomatischen Druck aufzubauen.

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