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"Die Braut im Schnee" Frauenmorde in Frankfurt

«Die Braut im Schnee» ist die gelungene Verfilmung eines Marthaler-Kriminalromans.

Berlin – Der Hautpkommissar Robert Marthaler ist eigensinnig, hartnäckig und regional mit Frankfurt verwurzelt. Vier Abenteuer hat der Schriftsteller Jan Seghers seinem Romanhelden inzwischen auf den Leib geschrieben. «Die Braut im Schnee» ist am Montagabend (27. Februar) um 20.15 Uhr im ZDF die erste Fernsehverfilmung der Krimireihe – mit Matthias Koeberlin in der männlichen Hauptrolle.

Ein brutaler Mord erschüttert die hessische Metropole Frankfurt am Main. Eine junge Frau wurde in ihrem eigenen Haus in ein Brautkleid gesteckt, erbarmungslos misshandelt und dann erwürgt. Hauptkommissar Robert Marthaler befürchtet, dass es sich bei der Tat um den ersten Mord eines Serienkillers handeln könnte. Um weitere Todesfälle zu verhindern, ist daher Eile geboten. Doch die Ermittlungen laufen zunächst ins Leere. Einen weiteren Frauenmord kann die Polizei nicht verhindern. Marthaler steht mit seinem Team vor einem Rätsel, denn der skrupellose Täter scheint alle ihre Schritte im Voraus zu kennen.

«Die Braut im Schnee» ist vor allem atmosphärisch eine gelungene Verfilmung der spannenden Romanvorlage. Die düstere Stimmung und die zunehmende Verzweiflung der Ermittler ziehen den Zuschauer in die Geschichte und lassen ihn mit den Polizisten mitfiebern.

Im Mittelpunkt steht dabei ein Kommissar, der seinen Beruf verinnerlicht hat. Marthaler ist ehrgeizig und konsequent in seinem Handeln. Trotzdem ist ihm anzumerken, wie ihn jede neue Gewalttat innerlich zermürbt. Die schonungslose Brutalität, die ihn berufsbedingt umgibt, saugt ihn emotional aus. Doch das will und kann er sich natürlich nicht allzu deutlich anmerken lassen.

Hauptdarsteller Koeberlin weiß die psychische Diskrepanz zwischen äußerem Schein und innerer Wirklichkeit nachvollziehbar und eindringlich zu transportieren. Bei aller gebotenen Härte: Hier ermittelt ein Mensch und keine Maschine. «Marthaler verschreibt sich und seine komplette Energie der Lösung des Falles, akribisch und präzise. Allerdings ist er nie abgebrüht gegenüber dem Leid und der Unmenschlichkeit der Verbrechen. Er leidet, er zweifelt, aber er lässt nicht locker», beschreibt Koeberlin seine Rolle. Diese Definition trifft den Kern.

Inhaltlich entfaltet der TV-Film derweil eine traditionelle Tätersuche, bei der sich der Kreis der Verdächtigen immer weiter einengt, bis kaum noch jemand übrig bleibt – zumindest niemand von den üblichen Verdächtigen. Eine wirklich überraschende Auflösung des Falls gibt es trotzdem nicht. Das Ende ist vielmehr konsequent und logisch.

«Die Braut im Schnee» ist eine Krimiverfilmung, die in erster Linie atmosphärisch und darstellerisch überzeugt, ihren klassischen Plot aber ebenfalls im Auge behält. Einen Bruch in der Handlung gibt es nicht. An dem Film gibt es daher nichts auszusetzen.

Sogar Seghers gab der Adaption seines eigenen Werks bereits seinen Segen: «Es heißt, dass es eigentlich überhaupt keinen Romanautor gebe, der mit der Verfilmung seines Buches wirklich glücklich sei. Gut, dann bin ich eben die große Ausnahme.»

24.02.2012 © dapd / newsburger.de

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